Diagnostik: Eine neue Klassifikation der Krankheiten (2023)

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Diagnostik: Eine neue Klassifikation der Krankheiten

Mit der ICD-11 ist 2022 eine neue Version der Internationalen Klassifikation der Krankheiten in Kraft getreten. Doch was bedeutet das? Ein Führer durch den Code-Dschungel.

von Daniela Mocker

(Video) ICD-10 Überblick F0-F9 - Internationale Klassifikation psychischer Störungen - in 5 Min. memoriert

Diagnostik: Eine neue Klassifikation der Krankheiten (1)

Ob ein gebrochenes Bein, eine Depression oder eine Erkältung: Krankheiten und Verletzungen werden heute fast überall auf der Welt mit Hilfe der Internationalen Klassifikation der Krankheiten(ICD) erfasst. Seit dem 1.Januar2022 gilt offiziell die elfte Revision der ICD, die bislang vor allem durch aktuelle Diagnosen wie die Computerspielsucht für Schlagzeilen sorgte. Doch hinter der ICD-11 steckt mehr als nur die Einführung ein paar neuer Krankheiten. Wir erklären, was sich im Vergleich zur ICD-10 ändert, was das nun für Ärztinnen und Patienten bedeutet und warum es überhaupt so etwas wie ein internationales Diagnosehandbuch braucht.

Was ist dieICD?

Die ICD ist ein Klassifikationssystem, das weltweit dazu genutzt wird, um Krankheiten zu definieren und voneinander abzugrenzen. Die Abkürzung steht dabei für »International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems« oder auf Deutsch: »Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme«. In der Kurzform spricht man oft auch einfach von der »Internationalen Klassifikation der Krankheiten«.

(Video) Neue Autismus-Diagnostik? Was die ICD-11 bringt | InsideAut

Die ICD begann ihre Karriere ursprünglich als Verzeichnis für Todesursachen. 1853 drängten Statistiker auf dem ersten Internationalen Statistischen Kongress in Brüssel auf eine weltweit einheitliche Bezeichnung. Zwischen 1893 und 1900 wurde deshalb das Internationale Todesursachenverzeichnis(International List of Causes of Death, ILCD) eingeführt, in dem zunächst nur Krankheiten und Verletzungen enthalten waren, die tödlich enden können. Außerdem vereinbarte man, alle zehn Jahre eine Revisionskonferenz abzuhalten, um den Katalog laufend zu aktualisieren und zu verbessern. Im Zuge ihrer sechsten Revision im Jahr1948 wurde die ILCD dann schließlich zu einer allgemeinen Klassifikation ausgebaut und in ICD umbenannt. Herausgegeben wird sie seitdem von der WeltgesundheitsorganisationWHO.

Krankheits- und Todesfälle auf der ganzen Welt nach einheitlichen Standards zu erheben und damit vergleichbar zu machen, ist bis heute ein wichtiges Ziel der ICD. »Die ICD ist der internationale Standard für die systematische Erfassung, Meldung, Analyse, Interpretation und den Vergleich von Mortalitäts- und Morbiditätsdaten«, schreibt die WHO auf ihrer Internetseite.

Einzelne Diagnosen werden dazu mit festgelegten Codes verschlüsselt, die aus Zahlen und Buchstaben bestehen. So stehen die Codes J10.0, J10.1. und J10.8 nach ICD-10 zum Beispiel für eine Grippe mit saisonalen Influenzaviren mit jeweils unterschiedlichen Beschwerdebildern. Depressive Episoden verschiedener Schweregrade verbergen sich hingegen hinter den Kennziffern F32.0 bis F32.9. Insgesamt gibt es viele Tausende solcher Codes.

In Deutschland spielen die ICD-Codes eine zentrale Rolle bei den Zahlungsflüssen im Gesundheitswesen

Auch die Leitsymptome der unterschiedlichen Krankheiten sind in der ICD aufgelistet. In Deutschland spielen die Codes darüber hinaus eine zentrale Rolle bei den Zahlungsflüssen im Gesundheitswesen und bei der Abrechnung von Ärzten und Kliniken mit den Krankenkassen. Wer genau hinschaut, kann auch auf jeder Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung einen ICD-Code entdecken. (Zumindest auf den Seiten, die für die Krankenkasse und den Versicherten selbst bestimmt sind. Auf dem Durchschlag für den Arbeitgeber sind die Kennziffern im Sinn des Datenschutzes und der ärztlichen Schweigepflicht nicht enthalten.)

Was ändert sich mit der ICD-11 im Vergleich zu ihrer Vorgängerversion?

Bereits mit Erscheinen der ersten Version der ICD verständigte sich die Weltgemeinschaft darauf, das Klassifikationssystem regelmäßig zu überarbeiten. Das passiert seitdem in Form von kleineren jährlichen Updates sowie durch größere Revisionen.

Die ICD-11, die offiziell seit dem 1.Januar2022 gilt, enthält im Vergleich zum Vorgänger verschiedene Verbesserungen. Die ICD-10, die in den 1980er und 1990erJahren entstanden ist, war zudem noch als (gedrucktes) Nachschlagewerk konzipiert worden. Die ICD-11 hingegen gibt es rein digital, um– mit den Worten der WHO– als eine Art lebendiges Dokument zu fungieren, auf das jeder Zugriff hat. Das soll sie unter anderem langlebiger machen als bisherige ICD-Revisionen.

Die ICD-11 ist digital erstellt worden

Außerdem soll das Codieren mit der ICD-11 leichter werden und künftig schneller gehen. Dafür wurde die Systematik überarbeitet, nach der die Codes vergeben werden. Das ist offenbar bitter nötig gewesen: Bislang waren nur etwa ein Drittel aller weltweit gemeldeten Todesfälle richtig codiert, wie das Barmer Institut für Gesundheitssystemforschung berichtet.

Für die Allgemeinheit dürften vorwiegend die neuen Diagnosen interessant sein, die mit der elften Revision Einzug in die Statistische Klassifikation der Krankheiten gefunden haben. Das berühmteste Beispiel ist wohl die »Gaming Disorder«, die in der ICD-11 erstmals als eigenständige Krankheit gelistet wird. Wer nicht mehr kontrollieren kann, wann, wie oft und in welchem Ausmaß er Computerspiele spielt, der kann künftig eine Computerspielsucht diagnostiziert bekommen. Das Verhalten muss dafür mindestens zwölf Monate lang anhalten und andere Interessen und Aktivitäten zunehmend in den Hintergrund drängen. Zudem muss das Spielen trotz negativer Konsequenzen– zum Beispiel für Schule, Beruf oder Familie– fortgesetzt werden.

(Video) ICD-11: Alle Persönlichkeitsstörungen

Bislang konnten Ärztinnen und Psychologen in solchen Fällen nur auf die Behelfsdiagnose »sonstige Störung der Impulskontrolle« zurückgreifen. Durch die Aufnahme der Gaming Disorder als eigene Krankheit dürfte die Störung mehr Aufmerksamkeit erhalten. Forscherinnen und Forscher hoffen, dass dadurch in Zukunft bessere und spezifischere Therapien entwickelt werden.

Die allgemeine Spielsucht und das pathologische Horten sind Beispiele für andere Krankheitsbilder, die in der ICD-11 erstmals als eigenständige Diagnosen zu findensind.

(Video) Parodontalerkrankungen: Warum eine neue Klassifikation notwendig war

Was ändert sich für Ärzte und Patienten?

Erst einmal nicht viel. Obwohl die ICD-11 offiziell seit Anfang Januar2022 gilt, findet sie in Deutschland bislang noch keine Anwendung. Denn dafür muss die ICD-11 zunächst übersetzt, modifiziert und in die bestehenden Strukturen hier zu Lande integriert werden. Aktuell arbeiten Ärztinnen und Ärzte mit der ICD-10-GM Version 2022– GM steht dabei für »German Modification«.

Wie lange dauert es noch, bis die ICD-11 in Deutschland genutztwird?

Das ist unklar. Nur für die Todesursachen gibt es bislang ein fixes Datum: Die sollen ab spätestens 2027 ausschließlich nach ICD-11 codiert werden, so will es die WHO. Wann die ICD-11 hier zu Lande auch für die Verschlüsselung von Krankheiten und Verletzungen zum Einsatz kommt, ist noch nicht abzusehen.

Derzeit sind mehr als 80Prozent der rund 135000ICD-11-Einträge übersetzt

Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte(BfArM) wird die Evaluierung und Einführung– insbesondere für die Codierung von Krankheiten– »noch mindestens fünf Jahre in Anspruch nehmen«. Stand Anfang 2022 sind mehr als 80Prozent der rund 135000ICD-11-Einträge übersetzt und befinden sich bei den verschiedenen medizinischen Fachgesellschaften zur Prüfung. »Das BfArM plant im ersten Quartal2022, den Entwurf einer deutschen Übersetzung der ICD-11 der Öffentlichkeit zugänglich zu machen«, heißt es von Seiten der Behörde.

Schon in der Vergangenheit gestaltete sich der Wechsel von einer ICD-Fassung zur nächsten langwierig. So dauerte die Umstellung von der ICD-9 auf die ICD-10 etwa sechs Jahre, vom Inkrafttreten der Revision bis zur vollständigen Anwendung in Deutschland. Experten gehen allerdings davon aus, dass der Umstieg auf die ICD-11 komplizierter ist– eben weil die ICD-10 inzwischen im deutschen Gesundheitswesen so stark integriert ist. Vor der Einführung der ICD-11 müssen deshalb zum Beispiel Fallpauschalen neu definiert und kalkuliert werden.

Warum wird die ICD überhaupt ständig überarbeitet?

Neben strukturellen Anpassungen, die zum Beispiel durch die Entwicklung neuer Technologien wie der des Internets notwendig werden, ändern sich natürlich medizinische Standards im Lauf der Zeit. Und ebenfalls das Bild davon, was eigentlich gesund und was krank ist, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten immer wieder gewandelt. Das zeigen nicht nur neue Diagnosen wie die Gaming Disorder, sondern auch Krankheitsbilder, die umdefiniert oder umbenannt wurden– oder sogar ganz aus den Diagnosehandbüchern geflogensind.

Ein Beispiel dafür ist etwa die Hysterie, die heute nur noch in abgewandelter Form als histrionische Persönlichkeitsstörung in der ICD zu finden ist. Oder die Homosexualität, die bis in die 1970erJahre hinein als behandlungsbedürftige Störung gelistet war. Mit der ICD-11 verschwinden schließlich auch die »Störungen der Geschlechtsidentität« aus dem Kapitel für psychische und neurologische Erkrankungen. Statt als Krankheit wird unter anderem die Transsexualität nun als »Bedingung im Zusammenhang mit der sexuellen Gesundheit« aufgeführt.

(Video) Psychologische Diagnostik - Sommersemester 2022 - Einführung

Ein weiterer Grund, warum die WHO immer wieder größere Revisionen vornimmt, sind die zahlreichen Ergänzungen und Veränderungen, die viele Länder in ihren ICD-Versionen vorgenommen haben. Neben reinen Übersetzungen in die jeweilige Landessprache gibt es inzwischen mehr als zwei Dutzend nationale Varianten der ICD-10, in denen einzelne Staaten quasi ihr eigenes Süppchen kochen. Während die ursprüngliche ICD-10 der Vereinten Nationen eigentlich aus rund 14000Codes bestand, umfasst beispielsweise die US-Version inzwischen mehr als 68000verschiedene Kennziffern, . Von Vergleichbarkeit und Einheitlichkeit kann also kaum noch die Rede sein. Die ICD-11 soll deshalb auch dazu dienen, die Weltgemeinschaft wieder auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

FAQs

Wie werden Krankheiten klassifiziert? ›

Die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification ( ICD -10- GM ) ist die amtliche Klassifikation zur Verschlüsselung von Diagnosen in der ambulanten und stationären Versorgung in Deutschland.

Wird in Deutschland ICD oder DSM verwendet? ›

In Deutschland ist die ICD-10 weiterhin die gültige Version.

Was ist neu in der ICD-11? ›

Eine bedeutsame inhaltliche Änderung ist der Lebensspannenansatz der ICD-11. So sind in der ICD-11 die Verhaltens- und emotionalen Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend nicht mehr in einem separaten Kapitel untergebracht, sondern in den jeweiligen «Erwachsenenkapiteln» verschlüsselt.

Wann wird die ICD-11 eingeführt? ›

Die ICD -11 wurde im Mai 2019 von der WHA72 verabschiedet und trat am 01. Januar 2022 in Kraft. Seitdem können die Mitgliedsstaaten der WHO ihre Mortalitätsdaten ICD -11-kodiert an die WHO berichten.

Welche Klassifikationen gibt es? ›

Klassifikationen können hierarchisch geordnet sein, oder - seltener - heterarchisch. Bei den hierarchischen Klassifikationen unterteilt man weiter in Monohierarchien, in der jede Klasse nur eine Oberklasse besitzt und Polyhierarchien, bei der eine Klasse mehreren Oberklassen zugeordnet sein kann.

Was versteht man unter Klassifizierung? ›

Klassifikation. Reime: -oːn. Bedeutungen: [1] allgemein: Einteilung, Einordnung von Gegenständen in Klassen gemäß bestimmter Kriterien.

Welche DSM ist aktuell? ›

Das DSM-5 wird von der Amerikanischen Psychiatrischen Gesellschaft (APA) herausgegeben und ist seit Mai 2013 die aktuell gültige und für die psychiatrische Diagnostik verbindliche Ausgabe. Damit eine Störung gemäß dem DSM-5 als psychische Störung eingestuft wird, muss diese andauernd oder wiederkehrend sein.

Wie viele ICD Diagnosen gibt es? ›

Es gibt über 70.000 ICD-10-PCS-Verfahrenscodes und über 69.000 ICD-10-CM-Diagnosecodes, verglichen mit etwa 3.800 Verfahrenscodes und ungefähr 14.000 Diagnosecodes, die im vorherigen ICD-9-CM verfügbar waren.

Ist ICD-11 gültig? ›

Die ICD -11 ist seit ihrem Inkrafttreten am 01.01.2022 grundsätzlich einsetzbar.

Was bedeutet Diagnose nach ICD-10? ›

Der ICD -10-Diagnoseschlüssel dient der amtlichen Klassifikation für ärztliche Diagnosen in der ambulanten und stationären Versorgung. Ihr behandelnder Arzt oder Ihre behandelnde Ärztin verwendet diesen ICD -Code auch, um Krankheitsdiagnosen auf Ihrer Krankschreibung zu verschlüsseln.

Was bedeutet ICD-10 Code F43 2g? ›

ICD-10-Code: F43. 2 Anpassungsstörungen | gesund.bund.de.

Was bedeutet ICD-10 F43 2? ›

2 Anpassungsstörungen. Hierbei handelt es sich um Zustände von subjektiver Bedrängnis und emotionaler Beeinträchtigung, die im allgemeinen soziale Funktionen und Leistungen behindern und während des Anpassungsprozesses nach einer entscheidenden Lebensveränderung oder nach belastenden Lebensereignissen auftreten.

Was ist der Unterschied zwischen ICD-10 und ICD-11? ›

Während in der ICD-10 pathologisches Spielen auf das Glücksspiel (F63. 0) beschränkt war, wurde in der ICD-11 auch die Computerspielsucht (Gaming Disorder, 6C51) als Störung hinzugenommen. Auch zwanghaftes Sexualverhalten (6C72) ist erstmals als eigenständige Impulskontrollstörungen diagnostizierbar.

Wer bringt den ICD-10 heraus? ›

Das BfArM gibt die ICD -10- WHO im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit heraus, sie ist gemeinfrei. Seit dem 1. Januar 1998 dient sie in Deutschland der Verschlüsselung von Todesursachen und bildet damit eine Grundlage für die international vergleichbare amtliche Todesursachenstatistik.

Wann ist man süchtig ICD-10? ›

Laut ICD-10 darf die Diagnose Abhängigkeit nur gestellt werden, wenn mindestens drei der folgenden Kriterien gleichzeitig während der letzten 12 Monate vorhanden waren: Ein starker Wunsch oder eine Art Zwang, psychotrope Substanzen zu konsumieren.

Warum gibt es Klassifikationssysteme? ›

Klassifikationssysteme dienen dazu, Objekte voneinander abzugrenzen und zu ordnen. Sie teilen diese Objekte nach bestimmten gemeinsamen Merkmalen in Klassen oder Kategorien eines Systems ein. Die Klassifikation spielt auch in der klassifikatorischen Diagnostik in Psychologie und Medizin eine wichtige Rolle.

Was ist ein Klassifikationsproblem? ›

Ein Klassifikationsproblem ist wie ein Multiple-Choice-Test für den Computer, bei dem die Antwortmöglichkeiten immer gleich sind und sich die Fragen nur durch das konkret zu betrachtende Subjekt unterscheiden: Objektklassifikatoren beantworten zum Beispiel die Frage welches Objekt, aus einer Menge an möglichen Objekten ...

Was ist ein Klassifikationssystem in der Pflege? ›

Die Einteilung verschiedener Phänomene oder Begriffe der Pflege in Gruppen, Klassen, Kategorien (die durch Ordnen nach Merkmalstypen und Merkmalen zustande kommen) kann als Pflegeklassifikation bezeichnet werden, so aus dem Vortrag von Pia Wieteck.

Wie läuft eine Klassifizierung ab? ›

Wie läuft die Klassifizierung ab? Der Hotelbetreiber muss einen Erhebungsbogen ausfüllen, der anschließend überprüft und elektronisch ausgewertet wird. Je nach erreichter Gesamtpunktzahl wird der Betrieb dann in eine der fünf Sternekategorien eingestuft. Alle drei Jahre muss die Klassifizierung wiederholt werden.

Wer nimmt die Klassifizierung vor? ›

Die Klassifizierung hat eine Gültigkeitsdauer von 3 Jahren. Mit der organisatorischen Durchführung der Deutschen Hotelklassifizierung haben die Landesverbände des DEHOGA in der Regel Klassifizierungsgesellschaften beauftragt.

Warum ist die Klassifizierung von Informationen wichtig? ›

Die Klassifizierung von Informationen dient der Etablierung einer angemessenen Sicherheit, die dem Wert und der Bedeutung der Informationen entspricht. Die Klassifizierung von Informationen ist die Grundlage dafür, Bedarf, Priorität und das Ausmaß der Sicherheit definieren zu können.

Welche besondere Veränderung wurde im DSM-5 vorgenommen? ›

Im DSM-5 wurde der kategoriale Ansatz vorerst beibehalten. Die organisationale Struktur wurde verändert, um biologische und psychologische Zusammenhänge/Ähnlichkeiten zwischen Störungen und deren Auftreten über die Lebensspanne zu verdeutlichen.

Was ist neu bei DSM 7? ›

Mit DSM 7.0 hat man die NAS-Verwaltung Active Insight eingeführt. Jene wird mit DSM 7.1 um die Möglichkeit erweitert, Updates direkt über die Oberfläche für alle Geräte zu verteilen. Zudem lassen sich nun auch Backup-Jobs von HyperBackup überwachen. Einige Neuerungen gibt es auch für die C2-Cloud-Lösungen.

Was sind ICD und DSM? ›

Die beiden wichtigsten Klassifikationssysteme für psychische Störungen sind die International Classification of Diseases in Version 10 (ICD-10; Dilling et al. 2000) der WHO und das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disor- ders in Version 5 (DSM-5) der American Psychiatric Association (2013; APA).

Wer darf nach ICD-10 Diagnosen stellen? ›

Die Diagnose einer psychischen Erkrankung zu stellen, obliegt grundsätzlich einer Ärzt*in oder Psychologischen Psychotherapeut*in (Approbationsvorbehalt). Dem Facharztstandard folgend sollte die Ärzt*in über eine entsprechende psychiatrische, psychosomatische oder psychotherapeutische (Zusatz)Weiterbildung verfügen.

Was bedeutet die Diagnose f? ›

Der Buchstabe F bedeutet Hinweis auf eine psychische Störung –, zusätzliche Ziffern erlauben genauere Angaben.

Wie schwer ist ein ICD? ›

Der Defibrillator ist größer als ein normaler Herzschrittmacher. Die heutigen Systeme wiegen nur etwa 70 bis 130 Gramm, sind ca. 6 bis 8 cm groß und nur 6 bis 10 mm dick. Es wird üblicherweise im Bereich des linken Brustmuskels implantiert.

Ist Burnout im ICD-11? ›

In der ICD-11 steht der Begriff Burnout und wird dort zum ersten mal auch definiert: Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich bewältigt wurde.

Was ist ICD O 3? ›

Die ICD-O -3 ist eine duale Klassifikation. Sie enthält einen Schlüssel für die Lokalisation und einen Schlüssel für die Histologie einer Neubildung.

Was ist neu im ICD-11 Psychische Störungen? ›

Mit der ICD-11 verschwinden aber Störungen aus dem Kapitel der psychischen Erkrankungen. Dazu gehören die Störungen der Geschlechtsidentität. Statt als Krankheit wird unter anderem die Transsexualität nun als «Bedingung im Zusammenhang mit der sexuellen Gesundheit» aufgeführt.

Wann gilt eine Diagnose als gesichert? ›

Ist die Erkrankung nach dem klinischen Gesamtbild und dem Zusammenspiel aller vorliegenden Befunde und Angaben so wahrscheinlich, dass unverzüglich mit einer krankheitsspezifischen Therapie begonnen werden muss, kann sie als gesicherte Erkrankung kodiert werden.

Was bedeutet Diagnose J 20.9 g? ›

9: Akute Bronchitis, nicht näher bezeichnet.

Wie lange krank bei F43 2? ›

Bis zu einer Dauer von sechs Monaten kann die Diagnose einer Anpassungsstörung gestellt werden. In den ICD-10-Anpassungen des Jahres 2016 wurde der bisherige allgemeine Code F43. 2 durch Anhängen einer Ziffer in mehrere spezifischere Codes unterteilt.

Ist eine Anpassungsstörung schlimm? ›

Eine Anpassungsstörung muss sorgfältig diagnostiziert werden, schon um auszuschließen, dass sich dahinter eine Depression verbirgt. “ Bei Patienten mit einer Anpassungsstörung muss immer geprüft werden, ob dies tatsächlich eine Reaktion auf schwierige Lebensumstände ist oder doch eine depressive Erkrankung vorliegt.

Wie schlimm sind Anpassungsstörungen? ›

Menschen mit Anpassungsstörung sind immer sehr angespannt, oft ärgerlich und haben ausgeprägte Ängste. Oft haben sie Schmerzen, obwohl ihnen organisch nichts fehlt. Sie sind schnell erschöpft und verhaltensauffällig, zeigen zum Beispiel ungewohnte Aggressivität.

Was bedeutet eine Z Diagnose? ›

Die Zusatzkennzeichen A (Ausgeschlossene Diagnose), G (Gesicherte Diagnose), V (Verdachtsdiagnose) und Z (Zustand nach der betreffenden Diagnose) stehen für die Diagnosesicherheit.

Was bedeutet Diagnose g47 9 g? ›

9: Schlafstörung, nicht näher bezeichnet.

Wie macht sich eine Anpassungsstörung bemerkbar? ›

Die am häufigsten auftretenden psychischen Auffälligkeiten sind Angst und Sorge, Depressivität, Ärger, Verbitterung, Verzweiflung und emotionale Verwirrtheit. Auch Gefühle von Isolation, Bedrängnis und Traurigkeit können sich einstellen sowie der Eindruck, den alltäglichen Lebensaufgaben nicht mehr gewachsen zu sein.

Was versteht man unter ICD-11? ›

Die ICD-11 ist die 11. Version der internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD: International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems).

Was bedeutet ICD-10 Depression? ›

Hauptsymptome depressiver Episoden sind nach der ICD-10 [231] (siehe dort Kapitel F32): depressive, gedrückte Stimmung; Interessenverlust und Freudlosigkeit; Verminderung des Antriebs mit erhöhter Ermüdbarkeit (oft selbst nach kleinen Anstrengungen) und Aktivitätseinschränkung.

Wie viele Persönlichkeitsstörungen gibt es? ›

Die 10 Persönlichkeitsstörungen können in drei Gruppen (Cluster) unterteilt werden (A, B und C). Die Arten in jedem Cluster haben bestimmte Charakterzüge gemein, aber jede Störung hat auch ihre eigenen eindeutigen Merkmale.

Ist ICD-10 noch gültig? ›

Revision, German Modification ( ICD -10- GM ) ist die amtliche Klassifikation zur Verschlüsselung von Diagnosen in der ambulanten und stationären Versorgung in Deutschland. Seit dem 1. Januar 2023 ist die ICD -10- GM in der Version 2023 anzuwenden.

Wie wird eine Diagnose verschlüsselt? ›

Grundsätzlich gilt: Zur Verschlüsselung sind die endständigen Schlüsselnummern der ICD-10-GM zu verwenden, also Kodes, die keine weiteren Unterteilungen mehr enthalten. ICD-10-Kodes für „Sonstige näher bezeichnete Krankheiten“ und ICD-10-Kodes für „Nicht näher bezeichnete Krankheiten“ [n. n. bez.]

Was bedeutet Diagnose f10 2? ›

2: Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol Abhängigkeitssyndrom.

Welche Droge macht körperlich abhängig? ›

körperliche Abhängigkeit

Es folgen Psychopharmaka wie Barbiturate, Opiate (Heroin, Methadon, Opium), Kokain, Cannabis/Marihuana, Halluzinogene (z.B. LSD), Amphetamine (z.B. Speed), organische Lösungsmittel (Schnüffelsucht) und moderne Designerdrogen (z.B. Ecstasy).

Was ist der Unterschied zwischen süchtig und abhängig? ›

Da der Begriff Sucht sehr unspezifisch ist, wurde er in Bezug auf stoffgebundene Süchte (Sucht nach Nikotin, Tabletten, Drogen, Alkohol …) durch den Begriff Abhängigkeit ersetzt. Hier ist die Definition der Abhängigkeit durch die Weltgesundheitsorganisation in Fachkreisen und den Krankenkassen zum Standard geworden.

Was ist ICD und OPS? ›

ICD- und OPS-Code-Suche

Hinter der Abkürzung „ICD“ verbirgt sich das internationale System zur Verschlüsselung von medizinischen Diagnosen. „OPS“ steht für den Operationen- und Prozedurenschlüssel.

Wie werden psychische Störungen klassifiziert? ›

Die beiden wichtigsten Klassifikationssysteme für psychische Störungen sind die International Classification of Diseases in Version 10 (ICD-10; Dilling et al. 2000) der WHO und das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disor- ders in Version 5 (DSM-5) der American Psychiatric Association (2013; APA).

Wo nach werden psychisch Erkrankungen klassifiziert? ›

(Psychische) Erkrankungen werden nach dem sogenannten ICD-10 eingeordnet. Die von der WHO herausgegebene International Classification of Diseases and Related Health Problems, kurz ICD, ist das international anerkannte System zur Klassifikation von körperlichen und psychischen Erkrankungen.

Wie unterscheiden sie Gesundheit und Krankheit Was sind wesentliche Merkmale? ›

Gesundheit ist das Stadium des Gleichgewichts, Krankheit das Stadium des Ungleichgewichts von Risiko- und Schutzfaktoren auf körperlicher, psychischer und sozialer Ebene.

Wie lange kann man mit ICD leben? ›

Ein ICD hält nicht lebenslang. Bei den meisten ICD-Trägern ist nach etwa 6 Jahren die Batterie leer.

Was darf man mit einem ICD nicht machen? ›

Benutzen Sie keine Geräte, bei denen in der Gebrauchsanweisung steht, dass sie für Herzschrittmacherpatienten ungeeignet sind. Diese Geräte sollten auch von Menschen mit Defibrillator nicht verwendet werden. Dazu gehören Heizdecken, Körperfettwagen, TENS Geräte oder Bioresonanzsysteme.

Was ist kategoriale Diagnostik? ›

In der kategorialen Diagnostik wer- den Diagnosen vergeben, als wären es klar zu trennende Zustände: »ge- sund« oder »krank«. Die dimensio- nale Diagnostik berücksichtigt, dass ein kontinuierlicher Übergang zwi- schen den Polen »gesund« und »krank« existiert.

Was ist Klassifikatorische Diagnostik? ›

Klassifikatorische Diagnostik: Gesamter Untersuchungs- und Entscheidungsprozess, der zur Erhebung der (psychopathologischen) Befunde und zur Ableitung einer oder mehrerer Diagnosen führt (Stieglitz & Freyberger, 1996, S. 24).

Wie bekommt man eine F Diagnose? ›

Eine klinische Diagnose kann nur von einem erfahrenen Facharzt oder Psychotherapeuten gestellt werden. Zuvor ist jedoch eine Untersuchung erforderlich, um körperliche Erkrankungen - wie z. B. eine Schilddrüsenerkrankung - als Mitverursacher der psychischen Beschwerden auszuschließen.

Wie viele F Diagnosen gibt es? ›

Dieses Kapitel gliedert sich in folgende Gruppen:

F00-F09Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen. F10-F19Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen. F20-F29Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen. F30-F39Affektive Störungen.

Was sind diagnostische Kriterien? ›

FeedbackMerkmale einer Störung, die in der Regel in Klassifikationssystemen oder Taxonomien beschrieben sind und deren Überprüfung die Grundlage einer klassifikatorischen Diagnostik (siehe Diagnostik, psychologische) darstellt.

Was ist die schwerste psychische Erkrankung? ›

Schizophrenie ist eine Erkrankung von der weltweit circa ein Prozent der Menschen betroffen sind. Sie stellt eine der schwersten psychischen Erkrankungen dar und wird zu den Psychosen gezählt.

Was ist das Modell der Salutogenese? ›

Der Begriff der Salutogenese wurde vom Soziologen Aaron Antonovsky begründet. Er bezeichnet den individuellen Entwicklungs- und Erhaltungsprozess von Gesundheit. Nach diesem Konzept ist Gesundheit nicht als Zustand, sondern als Prozess zu verstehen.

Wie definiert die WHO Krankheit? ›

Die Sozialgerichte definieren Krankheit im Sinne der GKV als einen regelwidrigen Körper- oder Geisteszustand, der Behandlungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat.

Was gibt es für Gesundheitsmodelle? ›

3 Gesundheitsmodelle
  • 3.1 Biomedizinisches Gesundheitsmodell. Mit dem Beginn des 19. ...
  • 3.2 Biopsychosoziales Gesundheitsmodell (Engel) Das biomedizinische Modell bildet die Basis des Gesundheits- und Krankheitsverständnisses. ...
  • 3.3 Salutogenetisches Gesundheitsmodell (Antonovsky)

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Author: Patricia Veum II

Last Updated: 02/10/2023

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