Die Pflegestärkungsgesetze (PSG) I, II und III (2023)

Was sind die Pflegestärkungsgesetze? Die größten Veränderungen im Überblick

Mit den Pflegestärkungsgesetzen I und II erhielten in erster Linie Menschen mit Demenz schrittweise seit Anfang 2017 die gleichen Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung wie dauerhaft körperlich Kranke. Bereits seit 2015 werden sie und ihre Angehörigen aufgrund des ersten Pflegestärkungsgesetzes (PSG I) stärker von Pflegekassen unterstützt. Die bisher größte Pflegereform, das Zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II), hat vieles erneuert: den Pflegebedürftigkeitsbegriff, die Begutachtungsmethode durch den MD ehemals MDK sowie die Einstufung in fünf Pflegegrade statt der bisherigen Pflegestufen. Demenzerkrankte, dauerhaft psychisch kranke oder geistig behinderte Menschen erhalten dadurch seit Januar 2017 alle Pflegeleistungen, die körperlich Kranken schon lange zustehen.

I) Erstes Pflegestärkungsgesetz (PSG I)

Das erste Pflegestärkungsgesetz (PSG I) bewirkte seit Anfang 2015 vor allem Mehrausgaben der Pflegeversicherung für alle Leistungsempfänger mit anerkannter Pflegebedürftigkeit, eine bessere Förderung von Tages- und Nachtpflege sowie einen Ausbau der Betreuung in Alten- und Pflegeheimen. CDU und SPD haben das erste Pflegestärkungsgesetz im Bundestag gegen die Stimmen der Opposition am 17. Oktober 2014 verabschiedet. Der Bundesrat stimmte dem Pflegestärkungsgesetz I zu.

Die wichtigsten beschlossenen Neuerungen des PSG I seit 01.01.2015 sind:

  • Mehr Geld für alle Leistungsempfänger:

Die meisten Leistungssätze für Versicherte mit anerkannter Pflegestufesind um durchschnittlich vier Prozent gestiegen. Die erst 2012 mit dem Pflegeneuausrichtungsgesetz (PNG) eingeführten Ausgaben zum Beispiel für Demenzerkrankte wurden um lediglich 2,67 Prozent angehoben.

  • Betreuungsleistungen für alle:

Durch das 1. Pflegestärkungsgesetz haben nunmehr alle Versicherte mit anerkannter Pflegestufe Anspruch auf Betreuungs- und Entlastungsleistungen. Die Pflegekassen zahlen seit 2015 dafür monatliche Zuschüsse von 104 Euro, bei besonders Betreuungsbedürftigen wie schwer demenzkranken Versicherten sogar 208 Euro. Davon profitieren auch pflegende Angehörige, die von Pflege- und Betreuungsaufgaben stundenweise entlastet werden können. Bis Ende 2014 hatten nur Demenzkranke und andere nachweislich eingeschränkt alltagskompetente Menschen Anspruch auf Betreuungsleistungen.

  • Mehr Leistungen für Demenzkranke:

Mit dem PSG I gesteht der Gesetzgeber Demenzkranken, dauerhaft psychisch kranken und geistig behinderten Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz erstmals erhöhte Leistungen zu. Dazu gehören die Kurzzeitpflege zum Beispiel nach Klinikaufenthalten, Tages- und Nachtpflege zur ergänzenden professionellen Pflege neben der häuslichen Versorgung durch Angehörige, Gründungszuschüsse für ambulant betreute Wohngruppen und Wohngemeinschaften (Senioren-WG) sowie erhöhte Fördermittel zum altersgerechten Wohnraumumbau.

  • Mehr Mittel für Tages- und Nachtpflege:

Die Zuschüsse für Tages- und Nachtpflege werden durch das PSG I zusätzlich zu bezogenem Pflegegeld bei Pflege durch Angehörige oder Pflegesachleistungen bei Versorgung durch einen Pflegedienst gezahlt und nicht mehr damit verrechnet. Die Folge: Im Bundesgebiet haben insbesondere ambulante Pflegedienste neue Tagespflegeeinrichtungen gegründet, so dass deren Anzahl bis Ende 2015 bereits auf über 4.200 Einrichtungen anstieg.

  • Mehr Verhinderungspflege oder Kurzzeitpflege:

Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege können durch das 1. Pflegestärkungsgesetz flexibler genutzt und miteinander kombiniert werden. Verhinderungspflege bietet sich vor allem dann an, wenn Angehörige Urlaub machen oder selbst kranksind; Kurzzeitpflege deckt den erhöhten Pflegebedarf vorübergehend zum Beispielnach einer Operation im Krankenhaus. Durch die Neuerungen im Zuge des PSG I können die Leistungen miteinander kombiniert werden und anerkannt Pflegebedürftige oder Demenzerkrankte erhalten bis zu 3.386 Euro Förderung, wenn sie die jeweils andere Leistung im Kalenderjahr nicht genutzt haben.

  • Mehr Geld für altersgerechten Wohnraumumbau:

Alle anerkannt Pflegebedürftigen erfahren für den altersgerechten Umbau der Wohnung eine erhöhte Förderung von bis zu 4.000 Euro einmalig für alle Maßnahmen der Barrierereduzierung. Dieser Zuschuss wird unter Umständen erneut gewährt, wenn sich der Hilfebedarf, also zum Beispiel der Grad der Pflegebedürftigkeit ändert. Zuvor lag der Zuschuss bei 2.557 Euro.

  • Höhere Zuschüsse für Hilfsmittel:

Für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel wurde der monatliche Zuschuss der Pflegekassen zum 01.01.2015 auf 40 Euro erhöht. Zuvor lag der Zuschuss bei 31 Euro.

  • Pflegevorsorgefonds:

Mit einem neu geschaffenen Pflegevorsorgefonds hofft der Gesetzgeber darauf, künftig notwendige Beitragssteigerungen der Pflegeversicherung abmildern zu können.

Die Pflegestärkungsgesetze (PSG) I, II und III (3)

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Im Detail: Mehr Leistungen für Demenzerkrankte durch das PSG I

Das Erste Pflegestärkungsgesetz (PSG I) unterstützt demenzerkrankte, psychisch erkrankte und geistig behinderte Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz seit 2015 deutlich besser als zuvor. Die wesentlichen Verbesserungen im pflege.de-Überblick sind:

  • Mehr Geld bei Demenz: Wenn anerkannt Pflegebedürftige der Pflegestufen 1, 2 oder 3 zusätzlich an einer Demenz leiden, erhalten sie mehr Leistungen als Leistungsempfänger ohne Demenz.
  • Höhere Zuschüsse für Betreuung: Die Zuschüsse für niedrigschwellige Gruppen- oder Einzelbetreuung von Demenzkranken der sogenannten „Pflegestufe 0“ und für Entlastung ihrer Angehörigen stiegen 2015 auf monatlich 104 beziehungsweise 208 Euro, je nach Schwere der Erkrankung (zuvor: 100 bzw. 200 Euro). Damit können sie auch die neuen Entlastungsleistungen zugunsten ihrer Angehörigen (Haushalts- und Einkaufshilfen und vieles mehr) finanzieren.
  • Neue Ansprüche auf Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflege: Demenzerkrankte dürfen durch das PSG I auch Kurzzeitpflege zum Beispiel nach Krankenhausaufenthalten sowie professionelle Tages- und Nachtpflege als Ergänzung zur häuslichen Pflege durch ihre Angehörigen beanspruchen, was zuvor nur körperlich eingeschränkten Personen mit Pflegestufe vorbehalten war.
  • Gründungszuschuss für neue Wohngruppen: Der einmalige Gründungszuschuss von 2.500 Euro für jeweils höchstens vier Bewohner einer neuen Wohngruppe oder WG steht jetzt auch Demenzkranken zu. Außerdem erhalten höchstens vier demenzkranke WG-Bewohner zusätzlich den sogenannte Wohngruppenzuschlag von jeweils 205 Euro zur Beschäftigung einer Organisationskraft und jeweils bis zu 4.000 Euro für Maßnahmen des altersgerechten Wohnraumumbaus. Pflegekassen können somit jede neue Demenz-Wohngruppe mit maximal 10.000 Euro Gründungszuschuss und 16.000 Euro für notwendige altersgerechte Umbauten fördern. Zusätzlich zahlen die Pflegekassen bis zu 820 Euro als monatlichen Wohngruppenzuschlag.

Die erhöhten Leistungssätze durch das PSG I im Überblick

Welche erhöhten Leistungssätze nach dem ersten Pflegestärkungsgesetz (PSG I) bis Ende 2016 gültig waren, können Sie in folgender pflege.de-Tabelle nachlesen:

Veränderungen in der ambulanten Pflege durch das PSG I

In erster Linie wurde die ambulante Pflege durch das Pflegestärkungsgesetz I weiter ausgebaut und der wichtige Grundsatz der sozialen Pflegeversicherung „ambulant vor stationär“ gestärkt. Seit 01.01.2015 wird die ambulante Versorgung mit der zusätzlichen Förderung der Tages- und Nachtpflege für anerkannt Pflegebedürftige und Demenzkranke sowie mit den flexibleren Regeln zur Verhinderungspflege und zur Kurzzeitpflege besser unterstützt.

Auch die Ausweitung der Betreuungs- und der neuen Entlastungsleistungen auf alle Leistungsempfänger stärkt die ambulante Versorgung durch Pflege- und Betreuungsdienste und schaffte neue Entlastungschancen für pflegende Angehörige.

Veränderungen in der stationären Pflege durch das PSG I

Rund eine Milliarde Euro zusätzlich gibt die soziale Pflegeversicherung seit 2015 aufgrund des ersten Pflegestärkungsgesetzes pro Jahr aus, um die Betreuung Demenzkranker und anderer in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkter Heimbewohner zu verbessern. Dadurch soll die Zahl der zusätzlichen Betreuungskräfte in Alten- und Pflegeheimen auf bis zu 45.000 steigen, die Ende 2014 noch bei rund 25.000 lag.

Neuer Pflegevorsorgefonds

Durch die neu gegründeten Pflegevorsorgefonds hofft der Gesetzgeber, die Pflege zu stärken und langfristig besser abzusichern. Alljährlich fließen 0,1 Prozentpunkte des Beitragssatzes zur Pflegeversicherung in diesen Fonds, was ihn pro Jahr mit rund 1,2 Milliarden Euro speist. Das dadurch bis 2035 angesparte Kapital wird über einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren der Pflegeversicherung zufließen, um zum Beispiel auch die Pflege der geburtenstarken Jahrgänge abzusichern.

Finanzierung durch höhere Pflegeversicherungsbeiträge

Alle beschriebenen Leistungsausweitungen der Pflegeversicherung sowie der Aufbau des neuen Pflegevorsorgefonds durch das Pflegestärkungsgesetz I wurden mit einer Erhöhung der Beitragssätze zur Pflegeversicherung um 0,3 Prozentpunkte monatlich seit 2015 finanziert. Das verschafft der Versicherung Mehreinnahmen von etwa 3,6 Milliarden Euro pro Jahr. Bis Ende 2016 lagen die Beitragssätze zur sozialen Pflegeversicherung bei 2,35 Prozent des Bruttolohns, für Kinderlose bei 2,6 Prozent.

II) Zweites Pflegestärkungsgesetz (PSG II)

Als bedeutendste Reform der Pflegeversicherung seit ihrer Gründung 1995 gilt das seit Januar 2016 geltende Zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II), das der Bundestag am 13. November 2015 beschlossen und der Bundesrat abgesegnet hatte. Schrittweise wurde Grundlegendes verändert, damit demenzkranke und weiter eingeschränkt alltagskompetente Versicherte seit 01.01.2017 die gleichen Leistungen wie dauerhaft körperlich kranke Pflegebedürftige erhalten können.

Die wichtigsten beschlossenen Neuerungen des PSG II sind:

  • Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff:

Seit Januar 2017 wird die vorhandene Selbstständigkeit eines Antragsstellers auf Pflegeleistungen ausschlaggebend dafür sein, ob er Kassenleistungen erhält oder nicht. Bislang zählte in erster Linie sein körperlicher Unterstützungsbedarf, wenn er Pflegeleistungen beziehen wollte.

  • Neues Begutachtungssystem:

Mit dem „Neuen Begutachtungsassessment“ (NBA) prüfen Gutachter des Medizinischen Dienstes (MD; bei gesetzlich Versicherten) und von MEDICPROOF (bei privat Versicherten) seit Januar 2017 anhand von sechs Kriterien, wie selbstständig ein Hilfs- und Pflegebedürftiger tatsächlich noch ist. Die ausführlichen Begutachtungskriterien können Sie im Artikel zu den Pflegegraden nachlesen.

  • Fünf Pflegegrade statt drei Pflegestufen:

Diedrei Pflegestufen wurden zum Januar 2017 von den fünf neuen Pflegegraden abgelöst. Dabei gilt: Je höher ein Pflegegrad ist, desto unselbstständiger wird der Betroffene von Gutachtern eingeschätzt und umso mehr Leistungen erhält er von seiner Pflegekasse. Die bisherigen drei Pflegestufen wurden zum 31.12.2016 abgeschafft.

  • Leistungsempfänger werden durch das PSG II nicht schlechter gestellt:

Trotz der tiefgreifenden Veränderungen garantiert der Gesetzgeber mit dem zweiten Pflegestärkungsgesetz allen, die 2016 bereits eine Pflegestufe hatten und Leistungen der Pflegeversicherung bezogen haben, ab dem Jahr 2017 nicht schlechter gestellt zu werden als vorher. Versicherten mit anerkannter Pflegestufe zum 31.12.2016 wurde automatisch und ohne eine erneute Begutachtung nach dem NBA-Verfahren ein Pflegegrad zugewiesen. Alle Neuerungen des Pflegestärkungsgesetzes II hat pflege.de auch in einer übersichtlichen Grafik zusammengefasst:

Die Pflegestärkungsgesetze (PSG) I, II und III (8)

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(Video) Die Pflegestärkungsgesetze

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Wie erhalten Sie einen der fünf neuen Pflegegrade?

Jeder, der ab 01.01.2017 für sich oder einen Angehörigen einenPflegegrad beantragt, wird nach dem neuen Prüfverfahren NBA („Neues Begutachtungsassessment“) begutachtet. Auf der Basis der festgestellten noch vorhandenen Selbstständigkeit der Betroffenen empfehlen die Gutachter einen der Pflegegrade 1, 2, 3, 4 oder 5.

Grundsatz der Einstufung in Pflegegrade: Je unselbstständiger die Gutachter einen Pflegebedürftigen einschätzen, einen umso höheren Pflegegrad empfehlen sie und umso mehr Leistungen der Pflegeversicherung kann er erhalten. Das letzte Wort, ob jemand einen Pflegegrad zugeteilt bekommt und entsprechende Pflegeleistungen erhält, hat die jeweilige Pflegekasse des begutachteten Antragstellers.

Das Wichtigste in Kürze: Pflegestufe wird Pflegegrad – Was hat sich für Menschen mit anerkannter Pflegestufe zum 01.01.2017 geändert?

  • Keine zweite Begutachtung: Alle 2016 bereits anerkannten Demenzerkrankten und Pflegebedürftigen mit den Pflegestufen „0“, 1, 2 oder 3 wurden nicht noch einmal nach dem neuen NBA-Verfahren begutachtet. Einzige Ausnahme: Wer dringend mehr Leistungen der Pflegekassen brauchte, weil sich sein Zustand rapide verschlechtert hat, wurde bereits ab 1. November 2016 nach dem neuen NBA-System überprüft.
  • Automatisch Pflegegrad anstelle der Pflegestufe:Die Pflegekassen haben zu Januar 2017 allen bislang nur pflegebedürftigen Leistungsempfängern anstelle ihrer bisherigen Pflegestufe automatisch den nächsthöheren Pflegegrad zugewiesen. Ein Beispiel: Ein Pflegebedürftiger mit bisheriger Pflegestufe 2 bekamPflegegrad 3zugewiesen.
  • Sonderregel für demenzerkrankte Pflegebedürftige: Anerkannt demenzerkrankten Pflegebedürftigen haben Pflegekassen automatisch anstelle ihrer bisherigen Pflegestufe den zwei Stufen höheren Pflegegrad zugewiesen. Zwei Beispiele: Betroffene mit Pflegestufe 2 erhielten seit 2017 Pflegegrad 4, demenzerkrankte, dauerhaft psychisch erkrankte oder geistig behinderte Menschen mit der sog. Pflegestufe 0“ dann Pflegegrad 2.
  • Besitzstandswahrung für heutige Leistungsbezieher:Bereits anerkannten Leistungsempfängern der Pflegestufen „0“, 1, 2 oder 3 hat die Politik gesetzlich garantiert, dass ihnen durch Zuweisung eines neuen Pflegegrads keinerlei finanzielle Nachteile entstehen sollen. Zum Beispiel ist im PSG II klar geregelt, dass Heimbewohner auch nach Zuteilung eines Pflegegrades 2017 genau so viel Geld von ihren Pflegekassen bekommen wie 2016, als sie noch über eine Pflegestufe verfügten.

Die neuen Leistungssätze nach fünf Pflegegraden seit 2017

Damit Sie einen Überblick bekommen, wie sich die Zuschüsse der Pflegeversicherung seit 01.01.2017 verändert haben, hat Ihnen pflege.de die neuen Leistungssätze im Vergleich zusammengestellt.

Wie Sie am pflege.de-Leistungsvergleich erkennen können, sanken insbesondere für alle neuen Antragsteller auf Pflegeleistungen seit 2017 die Pflegekassen-Zuschüsse, die bei geringerem Pflegebedarf mit Pflegegrad 2 und 3 (bisher Pflegestufen 1 und 2) vollstationäre Dauerpflege in einem Alten- oder Pflegeheim in Anspruch nehmen möchten.

Die Pflegestärkungsgesetze (PSG) I, II und III (12)

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(Video) Vincentz eLearning "Pflegesatzverhandlungen stationär seit dem PSG III"

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Leistungen bei Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst

Pflegestufe / Pflegesachleistung bis 12/2016Pflegegrad / Pflegesachleistung von 01/2017-12/2021Pflegegrad / Pflegesachleistung seit 01/2022
„Pflegestufe 0“ (nur Demenz): 231 €Pflegegrad 2: 689 €Pflegegrad 2: 724 €
Pflegestufe 1: 468 €Pflegegrad 2: 689 €Pflegegrad 2: 724 €
Pflegestufe 2: 1.144 €Pflegegrad 3: 1.298 €Pflegegrad 3: 1.363 €
Pflegestufe 3: 1.612 €Pflegegrad 4: 1.612 €Pflegegrad 4: 1.693 €
Härtefall mit Pflegestufe 3: 1.995 €Pflegegrad 5: 1.995 €Pflegegrad 5: 2.095 €

Leistungen bei Pflege in der Tages- oder Nachtpflege

Pflegestufe / Pflegesachleistung bis 12/2016Pflegegrad / Pflegesachleistung von 01/2017-12/2021Pflegegrad / Pflegesachleistung seit 01/2022
„Pflegestufe 0“ (nur Demenz): 231 €Pflegegrad 2: 689 €Pflegegrad 2: 724 €
Pflegestufe 1: 468 €Pflegegrad 2: 689 €Pflegegrad 2: 724 €
Pflegestufe 2: 1.144 €Pflegegrad 3: 1.298 €Pflegegrad 3: 1.363 €
Pflegestufe 3: 1.612 €Pflegegrad 4: 1.612 €Pflegegrad 4: 1.693 €
Härtefall mit Pflegestufe 3: 1.995 €Pflegegrad 5: 1.995 €Pflegegrad 5: 2.095 €

Leistungen bei Pflege im Alten- und Pflegeheim

Stationäre Leistung nach Pflegestufe bis 12/2016
Stationäre Leistung nach Pflegegrad seit 01/2017
Unterschied Pflegestufe / Pflegegrad
Pflegestufe 1: 1.064 €Pflegegrad 2: 770 €Kürzung um 294 €
Pflegestufe 2: 1.330 €Pflegegrad 3: 1.262 €Kürzung um 68 €
Pflegestufe 3: 1.612 €Pflegegrad 4: 1.775 €Erhöhung um 163 €
Härtefall mit Pflegestufe 3: 1.995 €Pflegegrad 5: 2.005 €Erhöhung um 10 €

Info

Weniger Leistungen für noch selbstständige Menschen

Noch weitgehend selbstständigen, geringfügig Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 1 gesteht das Pflegestärkungsgesetz II seit Januar 2017 monatlich nur noch 125 Euro als Kostenerstattung für Betreuungs- und Entlastungsleistungen zu. Die Kosten für Pflege durch einen Pflegedienst müssen sie selbst tragen, denn auf Pflegesachleistungen haben sie keinen Anspruch. Immerhin stehen ihnen noch Zuschüsse zur Gründung einer Pflege- oder Demenz-Wohngruppe, für Pflegehilfsmittel und zur altersgerechten Wohnraumgestaltung sowie zwei kostenlose Beratungsbesuche durch ausgebildete Fachkräfte pro Jahr zu.

Finanzierung durch höhere Pflegeversicherungsbeiträge

Zum 1. Januar 2017 wurden die Beiträge zur Pflegeversicherung noch einmal um weitere 0,2 Prozentpunkte auf 2,55 Prozent des Bruttolohns (2,8 Prozent für Kinderlose) angehoben. Von den jährlichen Mehreinnahmen von circa 2,5 Milliarden Euro werden die aufwändige Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs, des neuen Begutachtungsverfahrens für Leistungsempfänger, der neuen Pflegegrade zur Klassifizierung von Hilfsbedürftigen sowie die Mehrleistungen für Demenzkranke finanziert.

Expertentipp

Die Pflegestärkungsgesetze verdienen ihren Namen, denn sie stärken die Pflege, und zwar besonders die Pflege zuhause. So werden beispielsweise pflegende Angehörige, die ihren Beruf zugunsten der Pflege aufgeben, besser gegen spätere Arbeitslosigkeit geschützt, da die Pflegeversicherung die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung weiterbezahlt. Sofern der Pflegebedürftige mindestens Pflegegrad 2 hat, bezahlt die Pflegeversicherung auch die Beiträge zur Rentenversicherung.

III) Drittes Pflegestärkungsgesetz (PSG III)

Das dritte Pflegestärkungsgesetz wurde am 28. Juni 2016 vom Bundeskabinett beschlossen und am 02. Dezember 2016 vom Bundestag verabschiedet. Das Gesetz ist im Anschluss wie geplant zum 01. Januar 2017 in Kraft getreten.

Mit dem dritten Pflegestärkungsgesetz (PSG III) will die Bundesregierung die Beratung von Pflegebedürftigen, Menschen mit Behinderungen und deren pflegenden Angehörigen seit 2017 federführend von den Kommunen steuern und koordinieren lassen. Die Regierung verspricht sich davon mehr Pflegestützpunkte zur Beratung Hilfesuchender in unterversorgten Regionen.

Definition: Was ist das Pflegestärkungsgesetz III?

Die Kommunen spielen durch das PSG III seit 01.01.2017 eine zentrale Rolle bei der Beratung von Pflegebedürftigen, Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen . Sie steuern und koordinieren seitdem die Beratungsangebote in ihrem Stadt- oder Kreisgebiet und erhalten das Recht, neue Pflegestützpunkte für Hilfesuchende zu gründen. Zudem erhielten durch das dritte Pflegestärkungsgesetz Krankenkassen mehr Prüfrechte bei betrugsverdächtigen Pflegediensten. Auch die Frage, wer die Kosten für die Pflege von Menschen mit Behinderung trägt, wurde neu geregelt.

Ziele des Pflegestärkungsgesetzes III

Die Bundesregierung wollte den Kommunen durch das Pflegestärkungsgesetz III bei der Organisation von Beratungs-, Pflege- und Betreuungsangeboten vor Ort zu mehr Kompetenzen verhelfen. Dazu können die Bundesländer seitdem auch regionale Pflegeausschüsse und sektorenübergreifende Landespflegeausschüsse mit Trägern der ambulanten und stationären Pflege, Sozialhilfeträgern und Pflegekassen bilden. Diese Ausschüsse können seit Januar 2017 Empfehlungen zur Verbesserung der Beratungs-, Pflege- und Betreuungs-Infrastruktur in Städten und Landkreisen abgeben.

Bis 31.12.2016 gab es in jedem Bundesland einen Landespflegeausschuss, der Grundsätze zur Vergütung bestimmter Pflege- und Betreuungsleistungen und zum Beispiel zum mindestens notwendigen Personaleinsatz in Heimen vereinbart hat. Das Gremium beriet die Landesregierung auch bei Gesetzesvorhaben zur Pflege und bspw. zu notwendigen Pflege- und Betreuungsangeboten in unterversorgten Regionen. In der Regel gehörten dem Landespflegeausschuss Vertreter des Sozialministeriums, der Trägerverbände von Pflegeeinrichtungen, der Kommunen als Sozialhilfeträger sowie der Kranken- und Pflegekassen an.

(Video) Vortrag zum Pflegestärkungsgesetz II/III

Seit Januar 2017 sollen die Kommunen unter anderem

  • bundesweit 60 unterschiedliche Modellprojekte insbesondere zur besseren Koordination und Kooperation von Beratungsangeboten zur Pflege, zur Altenhilfe und zur Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung erproben und bekommen diese Projekte finanziert,
  • ein Initiativrecht zur Einrichtung neuer Pflegestützpunkte zur Beratung Hilfesuchender erhalten, deren Arbeit und Finanzierung dann in jedem Bundesland über eine Rahmenvereinbarung geregelt werden muss,
  • als eigene Beratungsstellen (vgl. neuer § 7 Abs. 2 im PSG III) die Pflegeberatung und Pflegeberatungsbesuche (vgl. neuer § 37 Abs. 8 im PSG III) für Leistungsempfänger der Pflegeversicherung durch eigenes, entsprechend qualifiziertes Personal übernehmen und
  • besser am Auf- und Ausbau von niedrigschwelligen Betreuungsangeboten zum Beispiel für Demenzerkrankte beteiligt werden, deren Finanzierungsregeln vereinfacht werden.

Bundesländer, die die zustehende Zahl möglicher Modellvorhaben zu neuen Beratungsangeboten ihrer Kommunen nicht nutzen wollen, können diese im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Gesundheit an andere Länder abtreten.

Zwar erhalten die Kommunen das Initiativrecht zur Neugründung von Pflegestützpunkten, was bislang den Bundesländern vorbehalten war, doch wie viele neue Pflegestützpunkte bundesweit entstehen sollen, schreibt der Gesetzentwurf nicht vor.

Was änderte sich mit dem PSG III?

  • Neue Regeln gegen Abrechnungsbetrug von Pflegediensten: Um wirksamer gegen Betrug in der ambulanten Pflege vorgehen zu können, sichert das Pflegestärkungsgesetz III Krankenkassen neue Kontrollrechte bei häuslichen Pflegediensten zu.
  • Krankenkassen, die Pflegedienste für die häusliche Krankenpflege vergüten, erhalten seit 2017 ein systematisches Prüfrecht für ambulante Dienstleister.
  • Auch Pflegedienste, die ausschließlich häusliche Krankenpflege leisten, unterliegen seit Januar 2017 den branchenüblichen Qualitäts- und Abrechnungsprüfungen des Medizinischen Dienstes (MD). Zur besseren Qualitätssicherung wurden die Prüfrechte der Medizinischen Dienste bei Pflegediensten ausgeweitet. Zudem dürfen Krankenkassen Abrechnungen von ambulanten Diensten künftig auch unabhängig vom MD kontrollieren.
  • Die Selbstverwaltung der Pflege auf Länderebene wurde verpflichtet, bessere Möglichkeiten zur Sanktionierung von nachweislich betrügerischen Pflegediensten zu schaffen. Damit soll effektiver gegen auffällige Dienstleister vorgegangen werden. Hintergrund: Im Frühjahr 2016 waren gesetzliche Krankenkassen einem systematischen Abrechnungsbetrug von ambulanten Intensivpflegediensten auf die Spur gekommen.

Pflege von Menschen mit Behinderungen: Wer zahlt wann?

Auch die Frage, welche Kostenträger bei der Pflege von Menschen mit Behinderungen für die Leistungen aufkommen, hat das Bundeskabinett mit dem PSG III eindeutig klargestellt.

  • Benötigen Menschen mit Handicaps ambulante Pflege, so werden sie seit 2017 vorrangig Pflegeleistungen nach dem Pflegeversicherungsgesetz (Sozialgesetzbuch XI) erhalten und nicht Eingliederungshilfe nach dem Teilhabegesetz (Sozialgesetzbuch IX).
  • Wenn Betroffene hauptsächlich auf Eingliederungshilfe nach Teilhabegesetz (Sozialgesetzbuch IX) angewiesen sind, übernehmen deren Kostenträger – in der Regel deren Sozialhilfe- oder Rehabilitationsträger (Rentenversicherungen etc.) – auch die Kosten für notwendige häusliche Pflege und nicht die Pflegekassen.
  • Dagegen haben stationär pflegebedürftige Menschen mit Behinderung im Pflegefall Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung als auch der Eingliederungshilfe. Ein Beispiel: Bewohner einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung erhalten bei stationärer Pflege eine umfassende Versorgung auf Kosten von Pflegekassen sowie von Sozialhilfe- oder Rehabilitationsträgern.

Gründe für das Pflegstärkungsgesetz III

Da die Kommunen nach Ansicht von Bund und Ländern bislang nur begrenzte Gestaltungsmöglichkeiten bei der Organisation von Beratungs-, Pflege- und Betreuungsangeboten für ihre Bürgerinnen und Bürger vor Ort haben, wollte ihnen die Bundesregierung mit dem Pflegestärkungsgesetz III zu mehr Kompetenzen verhelfen.

Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe hat für mehrere, in den Gesetzesplänen enthaltene Neuerungen wertvolle Anregungen gegeben. Sie lieferte viele Ideen,

  • wie die kommunale Steuerungs- und Planungskompetenz für die regionale Pflegestruktur gestärkt werden kann,
  • wie die Kommunen stärker verantwortlich in die Strukturen der Pflege eingebunden werden könnten und
  • wie Sozialräume so entwickelt werden können, dass Pflegebedürftige so lange wie möglich in ihrer vertrauten häuslichen und familiären Umgebung bleiben können.

Einig sind sich viele Fachleute darin, dass Städte und Landkreise den besten Überblick über die Beratungs-, Pflege- und Betreuungsangebote vor Ort haben und maßgeblich zur pflegerischen Versorgung beitragen. Daher seien die Kommunen als Sozialleistungsträger auch am besten geeignet, die örtlichen oder regionalen Angebotsstrukturen im Interesse hilfsbedürftiger Bürgerinnen und Bürger zu verbessern.

Finanzierung des Pflegestärkungsgesetzes III

Das Pflegestärkungsgesetz 3 bringt seit 01.01.2017 auch Mehrausgaben der Pflege- und Krankenkassen unter anderem für ihre Anteile an der Finanzierung neuer Pflegestützpunkte in den Kommunen mit sich. Doch dies wird sich nach den Berechnungen des Bundesgesundheitsministeriums nicht auf die Beitragssätze der Pflege- und Krankenversicherten auswirken. Aus einem anderen Grund stiegen die Versichertenbeiträge zur Pflegeversicherung 2017 aber trotzdem:

Info

Warum die Beiträge zur Pflegeversicherung 2017 trotzdem erhöht wurden

Die bislang umfangreichste Pflegereform, das Pflegestärkungsgesetz II, ließ die Beitragssätze zur Pflegeversicherung von Eltern um 0,3 Prozentpunkte auf 2,55 Prozent ihres Bruttoeinkommens und von Kinderlosen auf 2,8 Prozent steigen. Insbesondere im Interesse von Demenzkranken wurde ein völlig neues Begutachtungssystem für Antragsteller auf Pflegeleistungen eingeführt. Leistungsempfängern wird seit Januar 2017 nicht mehr eine von drei Pflegestufen zugeteilt, sondern einer von fünf Pflegegraden. Was sich durch das Pflegestärkungsgesetz II alles geändert hat, lesen Sie im Absatz „Zweites Pflegestärkungsgesetz“.

Die Finanzierung von Pflegestützpunkten wird seit Januar 2017 jeweils einem Drittel

  1. von Kommunen oder Ländern,
  2. den Pflegekassen und
  3. auch den Krankenkassen finanziert.

Vorher teilten sich lediglich die Kommunen und die Pflegekassen die Kosten, während die auch von guter Beratung profitierenden Krankenkassen nicht daran beteiligt waren.

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Erstelldatum: 6102.40.8|Zuletzt geändert: 2202.90.82

FAQs

Was bedeutet PSG 2? ›

Durch das zweite Pflegestärkungsgesetz ( PSG II ) gelten seit 2017 grundlegende Veränderungen und Verbesserungen im Pflegesystem für Pflegebedürftige, Angehörige sowie Pflegekräfte.

Welche Änderungen bringt das PSG 2? ›

Die Zusammenarbeit aller Beratungsstellen vor Ort wird gestärkt. Die ärztliche Versorgung der Bewohner von Pflegeheimen wird verbessert. Durch das Hospiz- und Palliativgesetz werden stationäre Pflegeeinrichtungen verpflichtet, Kooperationsvereinbarungen mit niedergelassenen Haus-, Fach- und Zahnärzten zu schließen.

Wie heißt der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff? ›

Mit dem neuen Begutachtungsassessment (NBA) wird gemessen, was der Pflegebedürftige noch kann. Erfasst wird der Grad der Selbstständigkeit einer Person bei Aktivitäten in insgesamt sechs pflegerelevanten Bereichen wie z.

Wem steht das Geld von der Pflegekasse zu? ›

Voraussetzung für den Bezug von Pflegegeld ist, dass die häusliche Pflege selbst sichergestellt ist, zum Beispiel durch Angehörige oder andere ehrenamtlich tätige Pflegepersonen, und mindestens Pflegegrad 2 vorliegt. Das Pflegegeld wird der pflegebedürftigen Person von der Pflegekasse überwiesen.

Was ist das Pflegestärkungsgesetz 3? ›

Mit dem dritten Pflegestärkungsgesetz ( PSG III ) werden zum einen die in einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Stärkung der Rolle der Kommunen in der Pflege zwischen Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden vereinbarten Empfehlungen umgesetzt.

Was ist Pflegegrad 3? ›

Die Pflegestufe 3 sah bis 2016 Leistungen für „schwerstpflegebedürftige“ Menschen vor und sollte damit die umfassende Pflege bei sehr schwerwiegenden körperlichen und kognitiven Einschränkungen gewährleisten. Sie war die höchste gesetzlich definierte Pflegestufe und griff auch beim sogenannten „Härtefall“.

Warum wurde das Pflegepersonal Stärkungsgesetz eingeführt? ›

Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz soll Krankenhäuser dazu animieren, neue Pflegekräfte einzustellen. Hierzu werden ab dem Jahr 2020 die Kosten für die Pflege eines Patienten von den regulären medizinischen Behandlungskosten im Krankenhaus getrennt.

Was ändert sich 2022 bei Pflegegeld? ›

Januar 2022 werden Beträge für Pflegesachleistungen und Kurzzeitpflege erhöht. Pflegesachleistungen werden um 5 Prozent erhöht: Pflegegrad 2: seit 1. Januar 2022 724 Euro statt bisher 689 Euro.

Was sind die wichtigsten Regelungen im PSG 2? ›

Änderungen im Überblick. Durch das PSG II sind die Pflegekassen nun dazu verpflichtet ihre Versicherten unmittelbar nach dem Eingang des Antrags auf Leistungen der Pflegeversicherung über eine kostenlose Pflegeberatung, den nächsten Pflegestützpunkt sowie Preisvergleichslisten aufzuklären.

Was muss man haben um Pflegegrad 2 zu bekommen? ›

Die Pflegestufe 2 („Schwerpflegebedürftigkeit“) war im Elften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI) wie folgt definiert: Schwerpflegebedürftigkeit liegt vor, wenn mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten ein Hilfebedarf bei der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung oder Mobilität) erforderlich ist.

Was steht im Pflegestärkungsgesetz? ›

Das erste Pflegestärkungsgesetz (PSG I) bewirkte seit Anfang 2015 vor allem Mehrausgaben der Pflegeversicherung für alle Leistungsempfänger mit anerkannter Pflegebedürftigkeit, eine bessere Förderung von Tages- und Nachtpflege sowie einen Ausbau der Betreuung in Alten- und Pflegeheimen.

In welchem Alter wird man pflegebedürftig? ›

Das Risiko pflegebedürftig zu sein, steigt mit zunehmendem Alter an. Während bei den 70- bis 74-Jährigen rund 8 % pflegebedürftig waren, wurde für die ab 90-Jährigen die höchste Pflegequote ermittelt: Der Anteil der Pflegebedürftigen an der Bevölkerung in diesem Alter betrug 76 %.

Wer bekommt die 125 Euro bei Pflegegrad 1? ›

Wer hat Anspruch auf den Entlastungsbetrag? Pflegebedürftige in häuslicher Pflege haben Anspruch auf einen Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 125 Euro monatlich (also insgesamt bis zu 1.500 Euro im Jahr). Das gilt auch für Pflegebedürftige des Pflegegrades 1.

Wie viel Pflegegeld gibt es ab Januar 2022? ›

Ab Januar 2022 gibt es für den zweiten Pflegegrad statt bisher 689 Euro den Betrag von 724 Euro und für den dritten Pflegegrad 1.363 Euro gegenüber bisher 1.298 Euro. Beim vierten Pflegegrad erhöht sich der Betrag von bisher 1.612 Euro auf 1.693 Euro, für den fünften Pflegegrad von bisher 1.995 Euro auf 2.095 Euro.

Wie oft duschen bei Pflegestufe 3? ›

Sie können z. B. täglich duschen, da Duschen eine optimale Form der Reinigung darstellt: Der ganze Körper wird gewaschen, die Patienten erleben eine aktivierende Wirkung.

Wann tritt das Pflegestärkungsgesetz 2 in Kraft? ›

Am 1.1.2017 ist das zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II) in Kraft getreten, mit dem die zweite Stufe der Pflegereform umgesetzt wird. Im Zentrum steht die Neufassung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs. Zudem wurde das bestehende System der drei Pflegestufen in ein neues System mit fünf Pflegegraden umgewandelt.

Wann bekommt man Pflege Stufe 3? ›

Ermittelt der Gutachter zwischen 47,5 und unter 70 Punkte, so erhält der Antragsteller Pflegegrad 3 und den Anspruch auf entsprechende Pflegeleistungen. Seit 2019 heißt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) genau genommen nur noch Medizinischer Dienst (MD).

Wie viele Pflegestärkungsgesetze gibt es? ›

Die Reform durch die drei Pflegestärkungsgesetze sorgt vor allem dafür, dass die Leistungen im Gesamtkontext verbessert werden. Durchschnittlich fließt mehr Geld an die Pflegebedürftigen. Und auch die Umsetzung der neuen Pflegegrade und des neuen Begutachtungsassessment erzeugte ihre Kosten.

Was kostet in der Pflege einmal duschen? ›

15,99 Euro. Soviel kostet einmal Duschen, wenn man dafür einen Pflegedienst benötigt.

Wer zahlt die Putzfrau bei Pflegestufe 3? ›

Neben einem ambulanten Dienst, kann seit Anfang 2015 auch eine Haushaltshilfe bei Pflegegrad 3 zur Entlastung pflegender Angehöriger gebucht werden. Die Kosten dafür übernimmt teilweise die Pflegekasse.

Wie hoch ist der Eigenanteil im Pflegeheim ab 2022? ›

Viele Versicherte sind kürzer im Pflegeheim

Ohne die Zuschläge hätten die Pflegebedürftigen am 1.1.2022 einen durchschnittlichen Eigenanteil von 2.179 Euro bezahlen müssen. Am 1.7.2022 lag dieser Wert bei 2.248 Euro monatlich.

Was ändert sich in der Pflege 2023? ›

Die Mindestlöhne für Altenpflegekräfte sollen spürbar steigen. Die Pflegemindestlohnkommission hat sich auf eine Anhebung in drei Stufen verständigt, wie das Bundesgesundheitsministerium und das Arbeitsministerium mitteilten.

Wie viele Patienten darf eine Krankenschwester betreuen? ›

In der Geriatrie und der Unfallchirurgie soll ab kommendem Jahr eine Pflegekraft tagsüber maximal zehn Patient/innen betreuen, in der Nachtschicht sind es für beide Bereiche 20 Patient/innen.

Wann wird der Pflegebonus 2022 ausgezahlt? ›

Arbeitgeber müssen den Pflegebonus in der Zeit vom 18. November 2022 bis spätestens 31. Dezember 2022 auszahlen. Das Bundesgesundheitsministerium: „Krankenhäuser sollen den Bonus innerhalb von vier Wochen nach Auszahlung durch den Spitzenverband an die Pflegekräfte auszahlen.

Wie erhöht sich meine Rente durch Pflege? ›

Nach einem Jahr Pflege erhöht sich der Rentenanspruch um ca. 13 Euro im Monat aufgrund der Beitragszahlung der Pflegeversicherung. Dieser Effekt verstärkt sich in jedem weiteren Jahr entsprechend. Für eine genaue Berechnung wenden Sie sich an eine Beratungsstelle Ihrer Rentenversicherung.

Wie viel Rente bekommt eine Pflegeperson für die Pflege? ›

Die monatliche Rente für ein Jahr Pflege beträgt je nach Aufwand und Grad derzeit etwa 6,50 bis zu knapp 35 Euro. Die Werte dafür werden jährlich neu festgelegt und entsprechend berechnet.

Was ändert sich für pflegende Angehörige 2022? ›

Erhöhung der Pflegeleistungen

Für verschiedene Pflegeleistungen gibt es Erleichterungen und mehr Geld. Die Erhöhung der Pflegesachleistungen beträgt 5 %. Für Pflegegrad 3 bedeutete das z. B., dass einem pflegebedürftigen Menschen ab sofort 1.363 Euro statt wie bisher 1.298 Euro zustehen.

Wer gehört alles zu PSG? ›

PSG trägt seine Heimspiele im Prinzenparkstadion (Parc des Princes) aus.
...
Paris Saint-Germain.
Basisdaten
Farbenblau, rot
EigentümerQatar Sports Investments
PräsidentNasser Al-Khelaifi
Websitepsg.fr
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Wo steht PSG in der Tabelle? ›

Tabelle Ligue 1
P
1PSG41
2RC Lens36
3Rennes31
4Marseille30
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Wer ist Nr 10 bei PSG? ›

Nun also Neymar! Der teuerste Fußballer der Welt übernimmt die Rückennummer 10 bei Paris St. Germain - und er hat sehr prominente Vorgänger.

Welche Krankheiten für Pflegegrad 3? ›

Pflegegrad 3 – Die Einstufung in den Pflegegrad 3 bedeutet, dass der Betroffene körperlich sowie geistig stark beeinträchtigt ist. Dazu zählen schwere motorische Einschränkungen, Teil-Lähmungen, Rückenmarkserkrankungen, Multiple Sklerose, Demenz und ähnliche Beschwerden.

Wie viel Geld gibt es bei Pflegegrad 2 und 3? ›

Pflegegrad 2: 316 Euro. Pflegegrad 3: 545 Euro. Pflegegrad 4: 728 Euro. Pflegegrad 5: 901 Euro.

Kann man mit Pflegestufe 2 Autofahren? ›

Die Bewilligung eines Pflegegrades bedeutet jedoch nicht, dass Sie nicht mehr selbst Autofahren dürfen. Wenn Sie einen gültigen Führerschein besitzen, dann sind Sie zur Führung eines Kraftfahrzeuges berechtigt, sofern körperliche oder geistige Einschränkungen nicht dagegensprechen.

Welche Module werden bei der Einstufung zur Pflegebedürftigkeit abgefragt? ›

Man spricht dabei von „Modulen“:
  1. Mobilität. Dabei kommt es auf die körperliche Beweglichkeit an. ...
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten. ...
  3. Motorik und Psyche. ...
  4. Selbstversorgung. ...
  5. Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen. ...
  6. Alltag und soziale Kontakte.

Wie heißen die Stufen der Pflegebedürftigkeit? ›

Stufen der Pflegebedürftigkeit
  • Pflegestufe I (erhebliche Pflegebedürftigkeit),
  • Pflegestufe II (Schwerpflegebedürftigkeit) und.
  • Pflegestufe III (Schwerstpflegebedürftigkeit).
21 Jul 2008

Was bedeutet das neue Pflegegesetz? ›

Das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz ist zum 1. Juli 2008 in Kraft getreten. Es regelte zum Jahr 2010 und 2012 die schrittweise Erhöhung von Pflegegeld für Pflege durch Angehörige und von Pflegesachleistungen für die Versorgung durch ambulante Dienste für Leistungsempfänger mit einem anerkannten Pflegegrad.

Welche Krankheiten führen häufig zu einer Pflegebedürftigkeit? ›

Ursachen für Pflegebedürftigkeit
  • chronische Krankheiten.
  • akute Herz-Kreislaufprobleme.
  • Krebserkrankungen.
  • körperliche Einschränkungen.
  • psychische Störungen.
  • geistige Behinderungen.
4 Dec 2017

Wie viel Geld bekommt man wenn man pflegebedürftig ist? ›

Pflegehelfer verdienen hier zwischen 1.700 – 2.600 Euro, Pflegefachkräfte mit Berufsausbildung 2.150 – 3.100 Euro, Pflegefachkräfte mit Bachelorstudium 2.600 – 4.900 Euro und Masterabsolventen 3.500 – 5.900 Euro. Das Gehalt hängt zum einen von der Qualifikation ab, zum anderen von der Berufserfahrung.

Wer zahlt die Putzfrau bei Pflegestufe? ›

Wenn der pflegebedürftige Versicherte einen anerkannten Pflegegrad hat, trägt die Pflegekasse anteilig die Kosten für die Haushaltshilfe, zum Beispiel über die Verhinderungspflege und über den Entlastungsbetrag.

Können Familienangehörige den Entlastungsbetrag bekommen? ›

Pflege ist teuer. Deshalb kann jede Person, die einen Pflegegrad hat und zu Hause versorgt wird, den sogenannten Entlastungsbetrag von der Pflegeversicherung bekommen. Jeden Monat stehen 125 Euro zur Verfügung, um Hilfen im Alltag zu finanzieren.

Was fragt der MDK am Telefon? ›

Welche Erkrankungen/Behinderungen wurden bei Ihnen festgestellt? Wann waren Sie zuletzt im Krankenhaus oder eine Rehabilitation? Wie groß sind Sie, wie viel wiegen Sie? Können Sie selbstständig Aufstehen, Sitzen, Gehen, sich Festhalten?

Wie viel Stunden darf man als Pflegeperson arbeiten? ›

Die Pflege muss dabei mindestens 10 Stunden, verteilt auf wenigstens zwei Tage pro Woche, ausgeübt werden. Zusätzlich dürfen Sie nebenbei nicht mehr als 30 Stunden arbeiten. Sie können sich die Pflege auch mit einer anderen Person teilen.

Wann muss man das Pflegegeld zurückzahlen? ›

Die Auszahlung des Pflegegeldes erfolgt immer zum 1. Werktag des Monats. Tritt der Tod des Pflegebedürftigen jedoch beispielsweise am 31.05. ein und die Pflegekasse hat das Pflegegeld für den Monat Juni bereits überwiesen, muss der gesamte Betrag zurückgezahlt werden.

Wird die Pflegestufe auf die Rente angerechnet? ›

Die Rente und das Pflegegeld (oder die Sachleistungen) aus der Pflegekasse sind zwei Paar Stiefel und werden nicht miteinander verrechnet. Somit muss niemand befürchten, dass er weniger Rente bekommt. Das Pflegegeld ist eine Sozialleistung.

Wie oft Kontrolle bei Pflegegrad 3? ›

Wie häufig die Beratungsbesuche durchgeführt werden müssen, hängt vom Pflegegrad der pflegebedürftigen Person ab. Für Pflegebedürftige mit den Pflegegraden 2 und 3 ist ein halbjährlicher Rhythmus vorgegeben, für Personen mit den Pflegegraden 4 und 5 ein vierteljährlicher.

Wie viele Stunden muss man bei Pflegegrad 3 pflegen? ›

Gesetzliche Definition von Pflegestufe 3

Der wöchentliche Zeitaufwand muss im Tagesdurchschnitt mindestens fünf Stunden betragen, wobei auf die Grundpflege – die pflegerischen Hilfen bei Körperpflege, Ernährung und Mobilität von Ihnen als pflegende Angehörige oder Freunde – mindestens vier Stunden entfallen müssen.

Kann man mit Pflegegrad 3 alleine leben? ›

Alle Betroffenen des Pflegegrades 3 ohne Beeinträchtigung der Alltagskompetenz sind in der Lage, Gefahren zu erkennen und ein Telefon zu bedienen. Sie können über mehrere Stunden alleine in der Wohnung gelassen werden.

Was sind die zentralen Änderungen der Pflegestärkungsgesetze? ›

Mit dem Pflegestärkungsgesetz 2 wurden die drei Pflegestufen durch die neuen fünf Pflegegrade abgelöst. Mit dem neuen Pflegegrad 1 wurden zudem Menschen eingestuft, die noch keinen erheblichen Unterstützungsbedarf haben, aber etwa eine Pflegeberatung oder eine Anpassung der Wohnungsgegebenheiten benötigen.

Wann kann Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden? ›

Ein Anspruch auf Verhinderungspflege besteht jedoch erst, nachdem die Pflegeperson die Pflegebedürftige beziehungsweise den Pflegebedürftigen mindestens sechs Monate in ihrer beziehungsweise seiner häuslichen Umgebung gepflegt hat.

Welche Änderungen gibt es in der Pflegeversicherung seit dem 01 Januar 2022? ›

Der Zusatzbeitrag für Kinderlose steigt von 0,25 auf 0,35 Prozentpunkte. Der allgemeine Beitragssatz zur Pflegeversicherung bleibt auch 2022 bei 3,05 Prozent. Zur Finanzierung der Pflegeversicherung wird 2022 ein jährlicher Bundeszuschuss in Höhe von 1 Milliarde Euro aus Steuermitteln gezahlt.

Was ändert sich 2023 in der Pflege? ›

Die Mindestlöhne für Altenpflegekräfte sollen spürbar steigen. Die Pflegemindestlohnkommission hat sich auf eine Anhebung in drei Stufen verständigt, wie das Bundesgesundheitsministerium und das Arbeitsministerium mitteilten.

Wann wird entlastungsbetrag ausgezahlt 2022? ›

Die Auszahlung erfolgt im September 2022. Jeder bekommt das Energiegeld, vom Fabrikarbeiter mit „eins-fünf netto“ bis zum angestellten Geschäftsführer mit Millionengehalt. Ein Antrag ist nicht notwendig. Die 300 Euro müssen versteuert werden.

Wann tritt die neue Pflegereform 2022 in Kraft? ›

„Mit der am 12. Mai 2022 verkündeten Pflegereform setzt nun auch die Bundesregierung einen ersten wichtigen Schritt, um die Rahmenbedingungen im Bereich der Pflege und Behindertenhilfe nachhaltig zu verbessern.

Wie bekomme ich die 125 Euro Pflegegeld? ›

Den Entlastungsbetrag müssen Sie nicht gesondert beantragen. Prinzipiell steht er allen Menschen zu, die einen anerkannten Pflegegrad haben. Er wird ebenso wie Pflegegeld und Pflegesachleistungen durch die Pflegekasse organisiert und wird rückwirkend für bereits erbrachte Leistungen gezahlt.

Wie viel kostet eine Stunde verhinderungspflege? ›

Durchschnittslohn für Verhinderungspflege April 2022 = 14,29 €
SchwierigkeitsstufeA. Stundenlohn bei normaler Verhinderungspflege
BeschreibungEher regelmäßig geplant und eher werktags zu normalen Uhrzeiten.
Anzahl Abstimmungen2.615
Beliebteste Lohn Range12.50-15,00 € (34,5 %)
Durchschnittslohn14,29 €

Wird verhinderungspflege überprüft? ›

Um die stundenweise Verhinderungspflege zu beanspruchen, muss ein Antrag bei der Pflegekasse eingereicht werden. Dies kann auch nachträglich mit Vorlage der Abrechnung erfolgen. WICHTIG: Sie haben keine Nachweispflicht und müssen auch keinen Grund für die Verhinderungspflege angeben.

Videos

1. Das zweite Pflegestärkungsgesetz
(Alsterspree Verlag)
2. Vincentz eLearning "Pflegegradmanagement in der Praxis nach dem PSG II"
(Altenpflege)
3. Altenheim TV Spezial zum PSG III: Personalkosten-Refinanzierung
(AltenheimVideos)
4. 191. Sitzung vom 23.09.2016 | TOP 40 Pflegestärkungsgesetz III (PSG III) | Heike Baehrens, MdB
(Heike Baehrens)
5. Beratung für Pflegebedürftige ab 2017 PSG III
(Claudia Henrichs)
6. PSG I schon umgesetzt?
(Arbeitgeber- und BerufsVerband Privater Pflege e.V. (ABVP e.V.))
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Author: Jamar Nader

Last Updated: 12/26/2022

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