Globuli bei Arthrose | Informationen, Einnahme & Dosierung (2022)

Globuli bei Arthrose | Informationen, Einnahme & Dosierung (1)PantherMedia / Astrid Gast

Anwendungsgebiete - Knochen & Gelenksbeschwerden

Unter Arthrose versteht man zumeist schmerzhafte Beschwerden und Erkrankungen im Bereich der Gelenke. Im Laufe der Erkrankung kommt es zunächst zu Veränderungen im Knorpelgewebe des betroffenen Gelenkes. In der Folge können zudem Entzündungen, Schmerzen der Gelenkkapsel und des angrenzenden Bandapparates auftreten. Zuletzt kann es sogar zu Veränderungen an der knöchernen Struktur kommen durch die jahrelange Über- und Fehlbelastung. Lesen Sie hier mehr über die Behandlung mit Arthrose.

Ursachen einer Arthrose

Bei Arthrose sind am häufigsten die großen Gelenke betroffen, also Schulter-, Knie- und Hüftgelenke. Gerade im Bereich der Knie- und Hüftgelenke spielen, angeborene anatomische Veränderungen wie eine Hüftdysplasie oder Fehlstellungen wie Genu valgus oder Genu varus eine große Rolle. Aus den Fehlstellungen resultieren chronische Überbelastungen der Sehnenansätze und schließlich auch der Knorpelschicht des Gelenkes. Auch andere orthopädische Erkrankungen wie Knick – Senk – Spreizfüße führen zu Mehrbelastungen im Bereich der Kniegelenke (Kniearthrose) und letztendlich auch der Wirbelsäule.

​Arthrose bei älteren Menschen

Gerade bei älteren Menschen finden sich häufig auch arthrotische Veränderungen und Verschleißerscheinungen im Bereich der Wirbelgelenke. Neben einer gewissen familiären Veranlagung spielen natürlich Lebensstilfaktoren wie Bewegungsmangel, Adipositas oder eine entzündungsfördernde Ernährung eine große Rolle.

​Prävention gegen Arthrose

Dementsprechend sind Sport, Krankengymnastik und Gewichtsreduktion wichtige Elemente in Vorbeugung und Therapie einer Arthrose. Eine gut trainierte Muskulatur stabilisiert das betroffene Gelenk, vermindert dessen Belastung und trägt dadurch wesentlich zum Erhalt des Gelenkknorpels bei.

​Welche Therapien helfen bei Arthrose

Gerade Bewegung im Wasser, wie Wassergymnastik oder Aquajogging, ist den Patienten mit Gelenkbeschwerden sehr zu empfehlen. Neben der Homöopathie sind aus ganzheitlicher Sicht Osteopathie, Neuraltherapie, Akupunktur und Ernährungsberatung wichtige Therapieoptionen. Ebenso eine gute orthopädische Versorgung mit Einlagen oder speziellen Schuhen.
Auch die Sprunggelenke, sowie die kleinen Fingergelenke können von einer Arthrose betroffen sein. Hier sind allerdings häufig Verletzungen die Ursache für das Auftreten einer Arthrose.

​Hauptsymptome bei Arthrose

Hauptsymptome einer Arthrose sind Gelenkschmerzen, Schwellungen, Entzündungen im Bereich der Sehnen und Muskelansätze, Muskelverspannungen, Bewegungseinschränkung, Steifheit und Gelenkveränderungen (Deformierungen).

Arthrotische Veränderungen müssen nicht immer sehr schmerzhaft sein. Typisch sind auch beschwerdefreie Phasen, vor allem in den ersten Jahren. Manchmal tritt der Schmerz nur nach bestimmten Belastungen oder auch unter Witterungseinflüssen auf. Auch der Hormonhaushalt kann eine Rolle spielen. Gerade bei Gelenkserkrankungen finden sich in der Homöopathie viele Anwendungsgebiete, wo bestimmte Homöopathika passen. Doch man muss die Symptome genau mit der Mittelbeschreibung abgleichen.

​Wichtige Veränderungen der Symptome aus Sicht der Homöopathie

  • Verbesserung durch kalte oder warme Anwendungen, dann kommen folgende homöopathische Mittel in Frage: Rhus tox, Ledum, Apis, Pulsatilla
  • Auftreten oder Verschlechterung der Beschwerden durch nasses oder kaltes Wetter (Calcium carbonicum, Thuja, Calcium phosphoricum, Natrium sulfuricum,
    besser durch Nebelwetter und Regen: Causticum)
  • Auftreten oder Verschlechterung der Beschwerden in bestimmten hormonellen Phasen (Pulsatilla, Lachesis, Sepia, Cimicifuga)
  • Verschlechterung durch Überlastung oder Verletzungen (Arnica, Calcium carbonicum, Rhus tox)
  • Treten die Schmerzen phasenweise auf (Causticum, Colocynthis, Pulsatilla)
    Kommen die Schmerzen eher plötzlich (Apis, Belladonna)
  • Besserung durch Bewegung (Rhus tox, Sepia, Lycopodium)
  • Welche Seite ist stärker betroffen (Lycopodium, Chelidonium rechts, Calcium phosphoricum links, wandern nach rechts, Natrium sulfuricum linke Hüfte)
  • Knacken in den Gelenken: Acidum Benzoicum (Gicht, arthritische Knoten)

Diese Modalitäten sind sehr hilfreich im Rahmen einer akuten, symptomatischen Therapie oder einer homöopathischen Selbstbehandlung.

​Wichtige homöopathische Mittel zur Behandlung von Gelenkserkrankungen sind:

Rhus toxicodendron

Besser durch Wärme, schlechte durch Überbelastung und am Beginn der Bewegung
>hier gehts zum Mittel Rhus toxicodendron

Ledum

Besserung durch Kälte, obwohl sie eigentlich frostig sind, Ruhe bessert, Beschwerden oft über Kreuz, auch bei Gelenkbeschwerden durch Borreliose, Gicht, Großzehe, Hüfte)
>hier gehts zum Mittel Ledum

Pulsatilla

Unverträglichkeit von Wärme, wandernde Beschwerden, Schmerzen wie verrenkt, Steifheit und Knarren, bei Unregelmäßigkeiten der Menstruation
>hier gehts zum Mittel Pulsatilla

Lycopodium

rechstseitig, Probleme im Verdauungstrakt; Schwächegefühl und brennende Schmerzen zwischen den Schulterblättern, häufig Wadenkrämpfe
>hier gehts zum Mittel Lycopodium

Phosphorus

Beteiligung der Wirbelsäule, Ileosacralgelenke, unbeweglich, steif, Spondylarthritis ankylopoetica (auch: Aesculus)
>hier gehts zum Mittel Phosphorus

Aurum metallicum

nächtliche Schmerzen in den Knochen, oft depressive Stimmung, Hüft- und Knieschmerzen, eher nicht zur Selbstbehandlung!
>hier gehts zum Mittel Aurum

Calcium carbonicum

oft schon in der Kindheit Problem mit dem Knochenstoffwechsel, Rachitis
>hier gehts zum Mittel Calcium Carbonicum

Kalium carbonicum

stechende Schmerzen, Taubheitsgefühle, Schmerzen beim Treppensteigen, vor allem abwärts, Knochenschmerzen, sehr spezifische Stellen, Steifiheit
>hier gehts zum Mittel Kalium carbonicum

Guajacum

Schlechter durch Wärme und Bewegung, Hitze Gefühl im Gelenk, Schrumpfung der Gelenkkapsel, Strecken der Glieder bessert, kleine Gelenke, arthritische Knoten

Bei einer chronischen, konstitutionellen Behandlung sind die miasmatischen Aspekte wichtig. Ein erfahrener Homöopath wird seine Mittelwahl auch nachfolgenden Aspekten vornehmen:

  • Welche Begleiterkrankungen vollem des Leber-Galle Systems liegen vor (Chelidonium, Lycopodium, Carduus mardianus)
  • Wie ausgeprägt sind die knöchernen Veränderungen und Deformitäten, Exostosen (Aurum, Calcium carbonicum, Silicea, Phosphorus, Calcium phosphoricum, Calcium fluoricum, Acidum fluoricum)
  • Liegt eine Neigung zu Gicht vor (Causticum, Colchicum, Lycopodium, Medorrhinum)
  • Liegen angeborene Fehlbildungen vor

Aus homöopathischer Sicht ist die Differenzierung zwischen Arthrose und Arthritis, also einer Entzündung des Gelenkes, weniger auschlaggebend. Die Mittelwahl richtet sich nach der jeweiligen Symptomatik, idealerweise nach der Gesamtheit der Symptome.

​Dosierung der Globuli bei akuten Arthrose-Beschwerden

Bei akuten Beschwerden, Degenerationen des Gelenkes oder unter allopathischer, also schulmedizinischer Behandlung, nimmt man in der Homöopathie bevorzugt die niedrigeren Potenzen wie D6 – C12, 5 Globuli täglich, oder Q,-bzw. LM Potenzen. Das gilt insbesonders für ältere Patienten. Jüngere Betroffenen können auch mit der Potenz C30, 2 Globuli wöchentlich unterstützt werden, ausschlaggebend ist wie immer in der Homöopathie die individuelle Reaktion des Patienten.

​Homöopathie und Naturheilkunde bei Arthrose

Pflanzliche Arzneimittel z.B. Weidenrinde, Teufelskralle oder Enzymprärate können ergänzend eingesetzt werden und ggf. den Bedarf an schulmedizinischen Schmerzmitteln reduzieren. Bei einem überhitzen, geschwollenen Kniegelenk sind Weißkraut-Umschläge und Wickel ratsam.

Angewendete Globuli bei Arthrose

Je nach Entstehung, Ausprägung und Lokalisation der Arthrose gibt es verschiedene Empfehlungen bezüglich der Wahl der homöopathischen Präparate. Im Folgenden gibt es eine Übersicht über die gängigsten Mittel, die zur Selbstbehandlung bei degenerativen Gelenkbeschwerden angewandt werden können. [4]

Welche Ausprägung trifft auf Sie zu?

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

Anfallsartige Schmerzen in Finger- und Zehengelenken

Begleiterscheinungen sind das charakteristische Krachen und Knacken der Gelenke seitlich der Fingerendgelenke und kleine druckschmerzhafte Knötchen (Heberd-Knötchen).

Verbesserung:

Im Tagesverlauf und durch Wärme.

Verschlechterung:

Nachts und bei Kälte.

Angewendete(s) Mittel:

Caulophyllum Thalictroides

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Schmerzen, die von Halswirbelsäule und Nacken ausgehen, mit Ausstrahlung in die Schulter und den gesamten Arm

Begleiterscheinungen sind, dass die Hand- und Fingergelenke zusätzlich betroffen sind. Außerdem leidet die betroffene Person unter Schmerzen, Steifigkeit und ein Anschwellen. Die Sehnen und Muskeln sind häufig betroffen gegebenenfalls Kopfschmerzen durch Gelenkschmerzen, die elektrischen Schlägen ähneln.

Verbesserung:

Durch Wärme.

Verschlechterung:

Durch Kälte und Nässe.

Angewendete(s) Mittel:

Cimicifuga

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Schmerzen in Hüft-, Knie- und Schultergelenken, abhängig von Bewegung: reißend, ziehend, krampfartig

Begleiterscheinungen sind, dass der Gang oft humpelnd ist, eine einseitige Rückenmuskulatur besteht, die schmerzhaft und verspannt ist. Häufig wiederkehrende Gelenkschwellungen und Schmerzen bei der Bewegung, vor allem bei Belastung wie Stehen, Gehen und Laufen. Oftmals sind es Spätfolgen einer Kniegelenkverletzung der Bänder durch Zerrung oder Dehnung, des Meniskus oder Kniegelenkoperation.

Verbesserung:

Durch Ruhe und im Liegen.

Verschlechterung:

Bei Feuchtigkeit und Wetterumschwung.

Angewendete(s) Mittel:

Harpagophytum Procumbens

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Schmerzende und steife Gelenke und Muskeln

Begleiterscheinungen sind, dass die Schmerzen vor allem in der linken Schulter, nach rechts ausstrahlen, auch Nervenschmerzen mit „Ameisenlaufen“, Taubheitsgefühl und Kribbeln im gesamten Arm bis hin zu den Fingern. Arznei ist auch bei Sehnenscheidenentzündung bewährt.

Verbesserung:

Durch Bewegung an der frischen Luft.

Verschlechterung:

Nachts oder morgens.

Angewendete(s) Mittel:

Hedera helix

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Ziehende Schmerzen, die von der rechten Schulter und vom Nacken ausgehen und in den Arm ausstrahlen

Begleiterscheinungen sind ein häufig pelziges Gefühl in den Fingern und rechtsseitige Kopfschmerzen wie bei einer Migräne, Übelkeit und Schwindel Gereiztheit und Missmut. Die Arznei hat sich bei rechtsseitigen Schmerzen bewährt.

Verbesserung:

Verschlechterung:

Morgens und bei Kälte.

Angewendete(s) Mittel:

Sanguinaria canadensis

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Schmerzen in Gelenken und Rücken mit Bewegungseinschränkung

Begleiterscheinungen sind, dass beim Tragen und Heben Schmerzen in Armen und Beinen entstehen. Außerdem bewegungsabhängige Schmerzen in Gelenken vor allem Finger-, Hand- und Fußgelenke. Es können spätfolgen von Gelenkabnutzung und verminderter Knochendichte sein.

Verbesserung:

Im Liegen und bei Ruhe.

Verschlechterung:

Durch körperliche Belastung.

Angewendete(s) Mittel:

Hekla lava

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Zu beachten:

Auf eine homöopathische Therapie der Arthrose kann bei leichten Beschwerden und Schmerzen zurückgegriffen – falls konventionelle Therapie schlecht vertragen oder abgelehnt wird – oder als „unterstützende Therapie“ zusätzlich zu konventionellen Schmerzmitteln eingesetzt werden.Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass auch gerade niedrige Potenzierungen bei mehrfacher Einnahme zu Nebenwirkungen bis hin zu Vergiftungen führen können. [5]

Sollte sich die Symptomatik unter homöopathischer Therapie nicht bessern oder gar verschlechtern, sollte ein Arzt konsultiert werden. Auch bei anfänglich starken Schmerzen oder Hinweisen auf eine Gelenkentzündung (Schwellung, Rötung, Erwärmung) ist ein Arztbesuch sinnvoll.
Generell ist zu empfehlen, einen approbierten Arzt mit der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ aufzusuchen. Im Gegensatz zu einem Heilpraktiker kann ein Arzt im Zweifelsfall einen harmlosen Befund von einem Notfall unterscheiden und erkennen, ob anstatt auf Globuli auf konventionelle Medikamente zurückgegriffen werden muss.

Judith Pieroth-Neef

Judith Pieroth-Neef, Ärztin, Klassische Homöopathie und Naturheilverfahren.
Seit über 15 Jahren bin ich als angestellte Ärztin in einer hausärztlichen Gemeinschaftspraxis tätig. Neben der Homöopathie widme ich mich im Besonderen der Behandlung von Darmerkrankungen sowie in einer ganzheitlichen Ernährungsberatung. Seit 2019 führe ich zusätzlich eine eigene Praxis mit Schwerpunkt ressourcen- und lösungsorientierte, systemische-integrative Beratung und Gesundheitscoaching. Seit 2020 habe ich einen Gesundheitspodcast „FRAUENLEBEN“.

Quellenangaben:

  1. Fritz Uwe Niethard, Joachim Pfeil, Peter Biberthaler: Duale Reihe – Orthopädie und Unfallchirurgie, Georg Thieme Verlag, 6. Auflage, S. 168.
  2. Markus Wiesenauer: Homöopathie bei chronischen Beschwerden, Gräfe und Unzer, S. 24–26.
  3. Torsten Wieden, Hans-Bernd Sittig: Leitfaden Schmerztherapie, Elsevier, S. 385.
  4. Niethard (2009): S. 169.
  5. Niethard (2009): S. 172.

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Author: Edwin Metz

Last Updated: 08/21/2022

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