Pflegestandards erklärt - Ein Überblick (2022)

Pflegestandards bilden das Fundament einer funktionierenden Gesundheitseinrichtung.

Pflegestandards erklärt - Ein Überblick (1)

Inhaltsverzeichnis

(Video) Expertenstandards
  • Was versteht man unter einem Pflegestandard?
  • Welche Formen eines Pflegestandards gibt es?
  • Wie werden Pflegestandards erstellt?
  • Was sind die Ziele der Pflegestandards?
  • Welche Informationen enthält ein Pflegestandard?
  • Der Pflegestandard Hygiene
  • Pflegestandards und Qualitätsmanagement
  • Pflegestandardssichern die Qualität der Pflege

Neben den Expertenstandards wurden die Pflegestandards entwickelt. Diese dienen, wie auch schon die Expertenstandards, in erster Linie der Qualitätssicherung in Gesundheitseinrichtungen. Sie sind aus den meisten Einrichtungen mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Die Standards dienen dem Pflegepersonal als Leitlinien während und auch nach der Behandlung des Patienten. Durch ihre Leitlinien ist ein standardisierter Ablauf der Arbeitsprozesse mit gleichbleibendem Qualitätsniveau möglich, was den Alltag erleichtert und die Qualität der Pflege erhöht.

Was versteht man unter einem Pflegestandard?

Pflege ist etwas Individuelles. Jeder Mensch ist unterschiedlich, mit unterschiedlichen Problemen und Beschwerden und dementsprechenden Bedürfnissen ausgestattet. Die Aufgabe der Pflege ist es, diese Bedürfnisse zu erkennen und mit passenden Pflegemaßnahmen zu befriedigen. Der Pflegestandard soll dieses Vorgehen nicht verhindern oder einschränken, sondern es positiv beeinflussen. Pflegestandards werden innerhalb der entsprechenden Einrichtungen als Standardpflegepläne formuliert und repräsentieren das Mindestmaß an zu erbringender Pflege. Die formulierten Standardpflegepläne gelten als Handlungsrichtlinien, an der sich Pflegefachkräfte während ihrer Arbeit am Patienten orientieren sollen.

Mit jeder neuen pflegewissenschaftlichen Erkenntnis können individuelle Änderungen der Pflegestandards vorgenommen werden. So können die Gesundheitseinrichtungen sicherstellen, dass zu jeder Zeit nach neuesten pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen der Pflege mit den Patienten gearbeitet wird und eine möglichst optimale Versorgungmit hoher Pflegequalität stattfindet.

Was ist der Unterschied zwischen Expertenstandards und Pflegestandards?

Innerhalb der Pflege existieren unterschiedliche Standards. Zum einen gibt es die Expertenstandards vom DNQP, zum anderen die Pflegestandards. Da sich beide Formen grundlegend voneinander unterscheiden, ist eine entsprechende Differenzierung unbedingt notwendig.

PflegestandardExpertenstandard vom DNQP
Wird betriebsintern formuliertWird von einer Expertengruppe formuliert
Gilt nur innerhalb der entsprechenden EinrichtungGilt für die gesamte Berufsgruppe
Dient als Leitfaden zur Behandlung des PatientenDient der Verbesserung der Qualität der Pflege

Welche Formen eines Pflegestandards gibt es?

Innerhalb der Pflege haben sich unterschiedliche Pflegestandardsentwickelt. Jeder von ihnen dient der Qualitätssicherung zur Steigerung des Leistungsniveaus. Wichtig ist aber, dass mit jedem Standard unterschiedliche Ziele verfolgt werden. Auch ihre Inhalte unterscheiden sich teilweise erheblich voneinander, ganz zu schweigen von den entsprechenden Geltungsbereichen. Während einige der Leitlinien zum Pflegeprozess international gelten, lassen sich anderen nur mit Blick auf einen sehr spezifischen Bereich anwenden.

Universalstandards

Universalstandards beschreiben international gültige Handlungsrichtlinien. Aus diesem Grund werden sie auch als internationale Standards oder Makrostandards bezeichnet. Diese werden in erster Linie von großen internationalen Gesundheitsorganisationen formuliert und herausgegeben. Zu diesen gehören beispielsweise die World Health Organisation (WHO) oder der International Council of Nurses (ICN). Der Fokus der Universalstandards liegt in erster Linie aufländerübergreifenden und grundlegenden ethischen Normen, die das Berufsfeld betreffen. Auch die angestrebten und zu vertretenden Werte dieses Berufs spielen in den Universalstandards eine große Rolle.

(Video) Grundlagen zum Expertenstandard

Richtlinienstandards

Die Richtlinienstandards werden ebenfalls als Makrostandards definiert. Sie haben eine deutlich geringere Reichweite als die Universalstandards. Sie sind nicht international gültig, sondern national beschränkt. Die formulierten Richtlinien definieren das national angestrebte Qualitätsniveau der Pflege. Die Richtlinienstandards dienen derSicherstellung der Umsetzung normativer Vorgaben und entsprechender Gesetze und verfolgen das Ziel, dasPflegequalitätsniveau oder -ziel für einen Staat zu definieren. Ferner sollen die Verantwortlichkeiten geklärt und Aufgaben der Pflegeplanung zugewiesen werden.

Lokale Standards

Lokale Standards haben lediglich eine lokale Reichweite. Betitelt werden diese Standards auch alsMeso-, Mikro- oder Handlungsstandards. Ihre Vorgaben begrenzen sich meist auf spezifische Handlungsanweisungen innerhalb der Pflege, nicht aber auf das gesamte Pflegesystem. Lokale Standards werden weiterhin differenzier in allgemeine und spezifische Handlungsstandards. Während sich allgemeine Handlungsanweisungen auf dieDurchführung bestimmter Pflegemaßnahmen einer spezifischer Patientengruppe beziehen, liegt der Fokus der spezifischen Standards auf individuell entwickelten Standardpflegeplänen für jeden einzelnen Patienten.

Pflegestandards erklärt - Ein Überblick (2)

Wie werden Pflegestandards erstellt?

Pflegestandards sind nicht verpflichtend. Jede Gesundheitseinrichtung kann für sich selbst die Entscheidung treffen, sie zu entwickeln und Standardpflegepläne als Handlungsanweisungen zu etablieren. Sollten sich Gesundheitseinrichtung für die Entwicklung von Pflegestandards entscheiden, sind einige Aspekte zwingend zu beachten. Wichtig ist zum einen, dass die Grundlage des Standards wissenschaftlicher Natur ist. Sie sollte niemals auf bloßen Annahmen beruhen. Des Weiteren spielen bei der Entwicklung Erkenntnisse aus praktischer Erfahrung eine erhebliche Rolle.

Hinweis

Benötigt werden Pflegestandards nur für Situationen, die von der Norm eines pflegerischen Alltags abweichen. Anwendungen, bei denen erfahrungsgemäß keine Probleme zu erwarten sind, müssen nicht mit entsprechenden Leitlinien und Handlungsanweisungen gekennzeichnet werden.

Folgende Kriterien sollten bei der Entwicklung eines Pflegestandards unbedingt berücksichtigt werden:

  • Erhebung der Informationen, die für die Behandlung des Patienten notwendig sind
  • Erfassung der Aufgaben- und Problemstellung unter Auswertung aller Informationsmöglichkeiten wie Pflegediagnose oder Therapieprogramm
  • Personaleinsatz: Wie viele Pflegekräfte sind für welchen Zeitraum erforderlich? Welche Qualifikationen müssen die Pflegekräfte haben?
  • Einsatz von Materialien und Hilfsmitteln (Art, Umfang)
  • Einbeziehung des Patienten (Wünsche, Probleme, Ressourcen)
  • Zielsetzung seitens der Pflegefachkraft
  • Festlegung von Überprüfungsterminen der Therapie
  • Hinweise zur Reihenfolge und praktischen Durchführung sowie zu möglichen Komplikationen der Einzelmaßnahmen
  • Vorbereitende Handlungen und Nachbetreuung

Was sind die Ziele der Pflegestandards?

Das übergeordnete Ziel der Pflegestandards liegt in der Qualitätssteigerung der Pflege. Diese wird dadurch erreicht, dass die Arbeitsweisen vereinheitlicht und der Pflegeablauf systematisiert werden. Durch den Pflegestandard werden einheitlich und zielführende Vorgehensweisen formuliert, die zur Optimierung der Behandlungsmaßnahmen beitragen.

Auch die Dokumentation der Pflegeabläufe wird im Pflegestandard in den Blick genommen. Durch vorgegebene Nummerierungen und festgelegte Begriffe, die als Grundlage der Dokumentation verwendet werden sollen, wird der Vorgang erheblich vereinfacht. Auch wird der Dokumentationsvorgangtransparenter und nachvollziehbarer gestaltet.

(Video) Kontinenz und die Kontinenzprofile

Wichtig:

Sollten weitere pflegerische Maßnahmen ergriffen werden, die vom Standard abweichen, ist dies in die Dokumentation aufzunehmen. Andernfalls ist die gewünschte Transparenz nicht gegeben.

Da jede Pflegefachkraft zu jeder Zeit Zugriff auf den Pflegestandard ihrer Gesundheitseinrichtung hat, fungiert dieser als eine Art Nachschlagewerk. Der Pflegestandard dient als wichtige Hilfestellung und soll dazu beitragen, dass methodische, aber auch menschliche Fehler vermieden werden. Wie in jeder einzelnen Pflegesituation zu handeln ist, ist in den Leitlinien genau formuliert. Solange sich die Pflegekräfte daranhalten, steht einer optimalen Behandlung nichts im Weg.

Pflegestandards erklärt - Ein Überblick (3)

Welche Informationen enthält ein Pflegestandard?

Einem Pflegestandard sind eine Vielzahl an Informationen zu entnehmen. Da dieser auch als Nachschlagewerk genutzt wird, sind hier sehr ausführliche Darstellungen der einzelnen Betrefflichkeiten verfasst. Die dargestellten Informationen sollen die Pflegefachkraft in ihrem Alltag unterstützen und mögliche Unklarheiten auflösen.

InhaltThemenZiele
DefinitionenPflegequalität, Qualitätssicherung, Pflegevisite, QualitätszirkelDarstellung von Definitionen der unterschiedlichen Begrifflichkeiten, um Missverständnissen während der thematischen Auseinandersetzung vorzubeugen
Grundlagen zu QualitätssicherungQualitätsaspekte der Berufsausübung, Instrumente zur Qualitätssicherung, Fünf Kernpunkte im Qualitätsmanagement, Gründe für Qualitätssicherung, Mögliche Einschränkungen aufgrund von Rahmenbedingungen, Schritte zu Qualitätssicherung, QualitätssicherungsprogrammeStändige Leistungsverbesserung der Gesundheitseinrichtung
QualifikationsdimensionStrukturqualität aus Patienten- und Pflegerperspektive, Prozessqualität aus Patienten- und Pflegerperspektive, Ergebnisqualität aus Patienten- und PflegerperspektiveSensibilisierung für die Tatsache, dass alle drei Qualifikationsdimensionen aufeinander aufbauen
QualitätsmessungKriterienNennung von Kriterien, anhand derer die Pflegefachkraft die Qualität der durchgeführten Arbeit messen kann
Zugangswege zum QualitätsmanagementVereinheitlichung und Integration,Ergebnisorientierte Leitidee,Instrumentelle LeitideeDarstellung unterschiedlicher Wege, die Optimierung des Qualitätsmanagements gewährleisten
PflegestandardsProzessstandard, Ergebnisstandard, EinzelstandardBenennung derRisiken, Maßnahmen zu Pflegediagnosen & -dokumentation zu den durchzuführenden Kontrollen sowie Berücksichtigung der potenziell entstehenden Vor- und Nachteile für Patient und Pflegefachkraft
PflegeleitbildBetriebsleitbild, generelle Orientierungspunkte, Pflegerisches Verständnis, pflegerische Einstellung, pflegerische VerpflichtungenDifferenzierung von Pflegeleitbild und Betriebsleitbild
PatientenzufriedenheitPatientenfragebogen, Zusammenhang Kommunikation & Qualität, Kommunikation nach innen & außen, persönliche Kommunikation, Was macht Patientenzufriedenheit aus?, Wie kann man Patientenzufriedenheit messen?Sicherstellung der Patientenzufriedenheit durch Darstellung von Möglichkeiten, wie diese gewährleistet werden kann
Arten der PflegeSelbstpflege, Laienpflege, professionelle PflegeHerantragen der Unterschiede zwischen den einzelnen Arten der Pflege. Jede Pflegefachkraft sollte im Stande sein, entsprechend zu differenzieren und die Unterschiede zu kennen
Pflegesysteme, PflegeorganisationsmodelleFunktionelle Pflege, ganzheitliche Pflege, Einzelpflege, Bereichspflege, Primary NursingOffenlegung der unterschiedlichen Pflegesysteme inklusive Aufzeigen der Vor- und Nachteile und der Auswirkungen auf unter anderem die Organisation und die Zufriedenheit von Patient und Pflegefachkraft
SonstigesFort- und Weiterbildung in der PflegeDarstellung der nach der Ausbildung weiterhin zu leistenden Fort- bzw. Weiterbildungen mit ausführlicher Begründung dieser Verpflichtung

Der Pflegestandard Hygiene

Zum Pflegestandard Hygiene gehört unter anderem die Desinfektion der Hände. Desinfektionsmittel tötet Keime mit rund 99,99 % hundertmal effektiver ab als normales Händewaschen, welches die Haut von lediglich 99 % der Keime befreit. Da Handdesinfektionsmittel rückfettende Substanzen besitzt, ist es weniger schädlich für die Hände als von vielen Menschen angenommen. Häufiges Händewaschen greift die Hautbarriere in höherem Maße an als regelmäßiges Desinfizieren. Nichtsdestotrotz ist es zwingend notwendig, auf eine ausreichende Hautpflege zu achten, welche das Eincremen miteinschließt.

Wichtig

Die Desinfektion der Hände entspricht nur einem Teil der Händehygiene. Regelmäßiges Händewaschen und Eincremen ist ebenfalls enorm wichtig.

(Video) Dekubitusprophylaxe: Definition & Schweregrad | Expertenstandards Pflege | Fortbildung Pflege

Um eine optimale Abtötung der Keime gewährleisten zu können, ist darauf zu achten, dass auch die Fingerzwischenräume, die Nagelfalze, die Fingerkuppen sowie die Daumen ausreichend mit dem Desinfektionsmittel benetzt werden. Andernfalls werden dort sitzende Keime nicht abgetötet. Um eine vollständige Abtötung zu erreichen, ist ein hohes Maß an Konzentration erforderlich, um tatsächlich die gesamte Hand ausreichend zu desinfizieren. Aus genau diesem Grund sind Pflegefachkräfte dazu verpflichtet, in regelmäßigen Intervallen an Schulungen teilzunehmen, mithilfe derer der Desinfektionsablauf noch einmal aufgefrischt wird.

Ob entsprechende Abläufe seitens des Pflegepersonals eingehalten werden, sollte von der Pflegedienstleitung in unregelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Aufgabe der Gesundheitseinrichtung ist es hierbei, Handwaschplätze bereitzustellen. Diese sollten sowohl Seife, Desinfektionsmittel und Mittel zur Hautpflege vorweisen als auch Einmalhandtücher und einen Abfalleimer.

Pro Desinfektion sollte eine Menge vondrei bis fünfml verwendet werden. Während der Einwirkzeit von 30 Sekunden ist darauf zu achten, die Flüssigkeit dauerhaft zu verreiben, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Ferner sollten die Hände vor der Desinfektion vollständig trocken sein, andernfalls kann die Abtötung der Keime nicht garantiert werden. Der Pflegestandard für Hygiene sieht vor, dass während des Desinfektionsvorgangs kein Schmuck getragen wird. Schmuck ist ein gerne genommenes Versteck für Keime. Wird dieser nicht abgelegt, können die darunterliegenden Keime von dem Desinfektionsmittel nicht getroffen werden.

Durch ein gut entwickeltes Hygienemanagement soll sichergestellt werden, dass die Weitergabe von Keimen in Gesundheitseinrichtungen auf ein Minimum reduziert wird. Neben dem Schutz der Patienten gilt sie auch als Selbstschutz der Pflegefachkräfte, indem Infektionen und Kontaminationen vermieden werden können. Aber auch zur Unterbrechung von Infektionsketten ist Desinfektion essenziell.

Hinweis

Noroviren werden durch typische Desinfektionsmittel nicht abgetötet. Hierfür sind viruzide Präparate notwendig.

Pflegestandards und Qualitätsmanagement

Pflegestandards wurden, genau wie die Expertenstandards, entwickelt, um eine Qualitätssicherung der Pflege zu ermöglichen. Ferner dienen die Richtlinien im pflegerischen Alltag als Leitfaden, an dem sich Pflegefachkräfte orientieren können. Sie sind ein wichtiger Baustein für die Qualitätssicherung. Allerdings sind Pflegeeinrichtungen nicht zur Entwicklung etwaiger Pflegestandards verpflichtet.

Um ein optimales Qualitätsmanagement zu ermöglichen, werden im Pflegestandard kleinschrittig diverse Faktoren in den Blick genommen. Durch die festgelegten Standards kann sichergestellt werden, dass alle Pflegekräfte mit denselben Ansätzen arbeiten. Da diese sowohl wissenschaftlich fundiert als auch erkenntnisbasiert entwickelt wurden, ist davon auszugehen, dass die entsprechend formulierten Leitlinien zielführend sind.

(Video) Sturzprophylaxe: Sturzrisiken | Expertenstandards Pflege | Fortbildung Pflege | smartAware

Pflegestandards erklärt - Ein Überblick (4)

Pflegestandardssichern die Qualität der Pflege

Pflegestandards gehören in den meisten Gesundheitseinrichtungen mittlerweile zum Alltag. Obwohl ihre Entwicklung und Durchsetzung gesetzlich nicht verpflichtend ist, ist es empfehlenswert. Durch diesen Leitfaden sind die Pflegefachkräfte dazu verpflichtet, nach entsprechend dargestelltem Vorgehen zu handeln. Arbeitsprozesse werden so leichter nachvollziehbar.

Durch die in den Pflegestandards deutlich verteilten Aufgabenbereiche, weiß jede Position der Gesundheitseinrichtung, was sie zu tun und zu lassen hat. Durch die standardisierten Vorgehensweisen ist nicht nur die Kontrolle und das Nachvollziehen der einzelnen Arbeitsprozesse leichter. So kann auch gezielter behandelt werden und sowohl die Zufriedenheit der Patienten als auch der Pfleger kann gewährleistet werden.

FAQs

Was ist Inhalt eines Pflegestandards? ›

Inhalte von Pflegestandards

Handlungspostulate für konkrete Pflegesituationen: Pflegediagnose, DRG-Fallgruppe, Krankheit-Gesundheit, Diagnosen, Therapieprogramm; Kooperation mit anderen Gruppen etc. Erforderliche Voraussetzungen beim Pflegepersonal: Qualifikation, Anzahl etc.

Was sind Pflegestandards und wozu dienen sie? ›

Pflegestandards wurden, genau wie die Expertenstandards, entwickelt, um eine Qualitätssicherung der Pflege zu ermöglichen. Ferner dienen die Richtlinien im pflegerischen Alltag als Leitfaden, an dem sich Pflegefachkräfte orientieren können.

Welche Ziele verfolgt man mit ein pflegestandard? ›

Die Ziele von Pflegestandards

Pflegestandards definieren das allgemeingültige Verständnis der Pflegequalität in der Einrichtung. Pflegestandards stellen eine Vereinfachung durch einheitliche Anleitung und allgemeingültige Richtlinie zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter dar.

Was gibt es für Standards in der Pflege? ›

Die Expertenstandards
  • Dekubitusprophylaxe in der Pflege.
  • Entlassungsmanagement in der Pflege.
  • Schmerzmanagement in der Pflege.
  • Sturzprophylaxe in der Pflege.
  • Förderung der Harnkontinenz in der Pflege.
  • Pflege von Menschen mit chronischen Wunden.
8 Jun 2022

Was ist Unterschied zwischen Pflegestandard und Expertenstandard? ›

Zwischen beiden Begrifflichkeiten gibt es deutliche Unterschiede. Ein Pflegestandard wird innerhalb einer Einrichtung erarbeitet, also betriebsintern. Demnach kann jede Einrichtung andere Pflegestandards haben. Ein Expertenstandard wird von einem Expertenteam einheitlich für alle Einrichtungen entwickelt.

Wie schreibt man einen pflegestandard? ›

Checkliste: Das sollte Ihr Standard enthalten
  1. Pflegeverständnis.
  2. Vorteile.
  3. Pflegezielsetzungen.
  4. Überprüfbarkeit.
  5. Alternativen im Handlungsspielraum.
  6. Literaturhinweise.
  7. Veränderungen in der Pflege dadurch.
  8. Unterschiede zu Lehrbuchmeinungen (Ein Standard sollte weit mehr beinhalten als Lehrbuchmeinungen.)

Was versteht man unter einem Standard? ›

Standard - Standardisierung

Ein Standard ist eine vergleichsweise einheitliche oder vereinheitlichte, von bestimmmten Kreisen anerkannte und meist auch angewandte (oder zumindest angestrebte) Art und Weise, etwas herzustellen oder durchzuführen, die sich gegenüber anderen Arten und Weisen durchgesetzt hat.

Wie lese ich einen Expertenstandard? ›

Das Lesen eines Expertenstandards gestaltet sich durch seine tabellarische Form recht einfach. Jeweils ganz oben findet man eine Zielsetzung, sowie eine Begründung. Darunter finden sich die drei Spalten „Struktur“, „Prozess“ und „Ergebnis“, gemäß dem Qualitätsmodell nach Avedis Donabedian.

Welche Expertenstandards gibt es 2022? ›

01.06.2022 - Pflege: Übersicht Expertenstandards
  • Expertenstandard. ...
  • Dekubitusprophylaxe in der Pflege. ...
  • Entlassmanagement in der Pflege. ...
  • Schmerzmanagement in der Pflege bei akuten Schmerzen. ...
  • Sturzprophylaxe in der Pflege. ...
  • Förderung der Harnkontinenz in der Pflege. ...
  • Pflege von Menschen mit chronischen Wunden.

Was ist Pflegequalität einfach erklärt? ›

Pflegequalität: Erfüllung von Anforderungen der Pflege unter Gewährleistung einer hohen Wertigkeit: Dabei soll die Pflege individuell, aktivierend, ganzheitlich sein. Die Pflege dient dabei dem Zweck der Wiederherstellung der Gesundheit. Vermeidung weiterere Erkrankung und Schädigung.

Wer erstellt die pflegerischen Leitlinien? ›

Holle: Die AWMF – die Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften –, die als Dachverband von fast 200 Fachgesellschaften die Entwicklung von Leitlinien koordiniert, definiert diese als systematisch entwickelte Hilfen für Ärztinnen und Ärzte zur Entscheidungsfindung in spezifischen ...

Was bedeutet QM in der Pflege? ›

Das Qualitätsmanagement im Bereich Pflege hat die Umsetzung der Qualitätspolitik sowie die Realisierung der Ziele bezüglich der angestrebten Qualität in der Pflegeeinrichtung zum Ziel. Das QM hat das Ziel, alle Strukturen, Prozesse, Verfahren und Instrumente transparent und nachvollziehbar zu dokumentieren.

Welche Aufgaben haben Expertenstandards? ›

Expertenstandards sind Instrumente, die den spezifischen Beitrag der Pflege für die gesundheitliche Versorgung von Patienten, Bewohnern und ihren Angehörigen zu zentralen Qualitätsrisiken sowie Prophylaxen aufzeigen und als Grundlage für eine kontinuierliche Verbesserung der Pflegequalität in ambulanten und stationären ...

Was für Standards gibt es? ›

Welche Standards gibt es?
  • ISO/IEC-Standards. ...
  • DIN EN-Standards. ...
  • Konsortialstandards. ...
  • Regulative Vorgaben.

Warum sind Standards so wichtig? ›

Standards sind von Fachleuten entwickelte Empfehlungen. Standards stehen für Qualität, sorgen für Sicherheit und schaffen Vertrauen. Standards öffnen Unternehmen den Zugang zu neuen, internationalen Märkten. Die Entwicklung von Standards ist offen für alle.

Woher kommt der Begriff Standard? ›

engl. standard, ursprünglich 'militärische oder Schiffsfahne, aufrecht stehendes Zeichen, Vorbildmaß, Vorbildgewicht' (wohl aus king's standard entwickelt, eigentlich 'Königszeichen, Königsfahne als Mittel- und Sammelpunkt des Heeres bzw. eines Schiffsverbandes'). Dieses stammt aus afrz.

Wie lautet Expertenstandard Wunde? ›

„Jeder Patient/Bewohner mit einer chronischen Wunde vom Typ Dekubitus, Ulcus cruris venosum/arteriosum/mixtum oder Diabetisches Fußulcus erhält eine pflegerische Versorgung, die das individuelle Krankheitsverständnis berücksichtigt, die Lebensqualität fördert, die Wundheilung unterstützt und Rezidivbildung von Wunden ...

Wie viele Expertenstandards gibt es und welche? ›

Bislang gibt es acht unabhängig von einer Beauftragung nach § 113a SGB XI durch das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) entwickelte Expertenstandards in der Pflege: zur Dekubitusprophylaxe, zum Entlassungsmanagement, zum Schmerzmanagement, zur Sturzprophylaxe, zur Förderung der Harnkontinenz ...

Welche Expertenstandards sind Pflicht? ›

Bislang gibt es neun Expertenstandards in der Pflege: zur Dekubitusprophylaxe, zum Entlassungsmanagement, zum Schmerzmanagement bei akuten und chronischen Schmerzen, zur Sturzprophylaxe, zur Förderung der Harnkontinenz, zur Pflege von Menschen mit chronischen Wunden, zum Ernährungsmanagement und zur ...

Welches war der erste Expertenstandard? ›

Tab.

Zudem hat das DNQP den ersten Expertenstandard nach § 113a SGB XI zur Erhaltung und Förderung der Mobilität entwickelt, der 2014 im Entwurf veröffentlicht wurde.

Was sind die 4 Stufen der Pflegequalität? ›

Der Bewertungsmaßstab für Pflegequalität umfaßt im allgemeinen 4 Stufen: optimale Pflege (ideal, erstklassig), • angemessene Pflege (gut), • notwendige Pflege (ausreichend), • mangelhafte Pflege (gefährlich).

Was ist Qualität und Pflegequalität? ›

Definition Qualität und Pflegequalität

- Die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmale eines Produktes oder einer Dienstleistung, die sich auf deren Eignung zur Erfüllung festgelegter oder vorausgesetzter Erfordernisse bezieht.

Was bedeutet sichere Pflege? ›

Als weitere Stufen sind die sichere Pflege, die angemessene Pflege und die optimale Pflege definiert. Dabei stellt die sichere Pflege den Minimalstandard dar; gefährliche Pflege ist somit Pflege, die dem Minimalstandard nicht genügt.

Was bedeutet S1 s2 S3 bei Leitlinien? ›

Nach dem System der AWMF werden Leitlinien in vier Entwicklungsstufen von S1 bis S3 entwickelt und klassifiziert, wobei S3 die höchste Qualitätsstufe der Entwicklungsmethodik ist. S1: Die Leitlinie wurde von einer Expertengruppe im informellen Konsens erarbeitet. S2k: Eine formale Konsensfindung hat stattgefunden.

Welche S3 Leitlinien gibt es? ›

Die S3-Leitlinie konzentriert sich auf die Themenbereiche Atemnot, Schmerz, Obstipation, Depression, Kommunikation, Sterbephase und Versorgungsstrukturen und richtet sich primär an erwachsene Patientinnen und Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung.

Was gehört alles zu einer Pflegeplanung? ›

Nach dem Sechs-Phasen-Modell nach Fiechter und Meier setzt sich eine optimale Pflege aus folgenden Elementen zusammen:
  • Informationen sammeln (Anamnese)
  • Pflegediagnosen stellen.
  • Pflegeziele festlegen.
  • Pflegemaßnahmen planen.
  • Pflegemaßnahmen durchführen.
  • Pflegemaßnahmen evaluieren.

Wie schreibt man einen pflegestandard? ›

Aufbau und Inhalte von Pflegestandards
  1. schriftlich, einheitlicher Aufbau (Gliederung)
  2. leicht verständlich formuliert.
  3. übersichtlich.
  4. kein Kleingedrucktes.
  5. möglichst nicht länger als 1 Seite (Materialiste evtl. extra)
  6. leicht zugänglich für alle Pflegepersonen - strapazierfähige Aufbewahrung.

Was versteht man unter einem Standard? ›

Standard - Standardisierung

Ein Standard ist eine vergleichsweise einheitliche oder vereinheitlichte, von bestimmmten Kreisen anerkannte und meist auch angewandte (oder zumindest angestrebte) Art und Weise, etwas herzustellen oder durchzuführen, die sich gegenüber anderen Arten und Weisen durchgesetzt hat.

Welche Expertenstandards gibt es aktuell in der Pflege? ›

Bislang gibt es acht unabhängig von einer Beauftragung nach § 113a SGB XI durch das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) entwickelte Expertenstandards in der Pflege: zur Dekubitusprophylaxe, zum Entlassungsmanagement, zum Schmerzmanagement, zur Sturzprophylaxe, zur Förderung der Harnkontinenz ...

Was versteht man unter einem Expertenstandard? ›

Expertenstandards sind ein professionell abgestimmtes Leistungsniveau, das dem Bedarf und den Bedürfnissen der damit angesprochenen Bevölkerung angepasst ist und Kriterien zur Erfolgskontrolle mit einschließt.

Was bedeutet QM in der Pflege? ›

Das Qualitätsmanagement im Bereich Pflege hat die Umsetzung der Qualitätspolitik sowie die Realisierung der Ziele bezüglich der angestrebten Qualität in der Pflegeeinrichtung zum Ziel. Das QM hat das Ziel, alle Strukturen, Prozesse, Verfahren und Instrumente transparent und nachvollziehbar zu dokumentieren.

Warum sind die Expertenstandards notwendig? ›

Expertenstandards dienen dazu, die Pflegequalität zu verbessern. Auf der Basis wissenschaftlich überprüfter Erkenntnisse über Entstehung und Verlauf bestimmter gesundheitlicher Risikofaktoren enthalten sie Handlungsanweisungen für die Pflege kranker oder pflegebedürftiger Menschen.

Was für Standards gibt es? ›

Welche Standards gibt es?
  • ISO/IEC-Standards. ...
  • DIN EN-Standards. ...
  • Konsortialstandards. ...
  • Regulative Vorgaben.

Woher kommt der Begriff Standard? ›

engl. standard, ursprünglich 'militärische oder Schiffsfahne, aufrecht stehendes Zeichen, Vorbildmaß, Vorbildgewicht' (wohl aus king's standard entwickelt, eigentlich 'Königszeichen, Königsfahne als Mittel- und Sammelpunkt des Heeres bzw. eines Schiffsverbandes'). Dieses stammt aus afrz.

Woher stammt das Wort Standard? ›

Herkunft: Anfang des 19. Jahrhunderts von englisch standard en entlehnt, das auf altfranzösisch estandart fro, estendart fro ‚militärisches Feldzeichen' zurückgeht, das selbst wieder aus dem Germanischen entlehnt ist, der Substantivierung des altniederfränkischen *standhard odt ‚standfest'.

Wie lese ich ein Expertenstandard? ›

Das Lesen eines Expertenstandards gestaltet sich durch seine tabellarische Form recht einfach. Jeweils ganz oben findet man eine Zielsetzung, sowie eine Begründung. Darunter finden sich die drei Spalten „Struktur“, „Prozess“ und „Ergebnis“, gemäß dem Qualitätsmodell nach Avedis Donabedian.

Welche Expertenstandards sind Pflicht? ›

Bislang gibt es neun Expertenstandards in der Pflege: zur Dekubitusprophylaxe, zum Entlassungsmanagement, zum Schmerzmanagement bei akuten und chronischen Schmerzen, zur Sturzprophylaxe, zur Förderung der Harnkontinenz, zur Pflege von Menschen mit chronischen Wunden, zum Ernährungsmanagement und zur ...

Welche Expertenstandards gibt es 2022? ›

01.06.2022 - Pflege: Übersicht Expertenstandards
  • Expertenstandard. ...
  • Dekubitusprophylaxe in der Pflege. ...
  • Entlassmanagement in der Pflege. ...
  • Schmerzmanagement in der Pflege bei akuten Schmerzen. ...
  • Sturzprophylaxe in der Pflege. ...
  • Förderung der Harnkontinenz in der Pflege. ...
  • Pflege von Menschen mit chronischen Wunden.

Wie entsteht ein Expertenstandard in der Pflege? ›

Das methodische Vorgehen zur Entwicklung von Expertenstandards in der Pflege umfasst die vier Stufen Entwicklung, Konsentierung, Implementierung und Aktualisierung mit jeweils eigenen Verfahrensschritten (vgl. Abb. 1).

Was sind Strukturkriterien? ›

Strukturkriterien. Die Strukturkriterien des Expertenstandards konkretisieren die Voraussetzungen, die Pflegefachkräfte sowie die Einrichtungen erfüllen müssen, um die Ergebniskriterien zu erreichen.

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Author: Pres. Carey Rath

Last Updated: 11/03/2022

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